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DILL-NEWSLETTER 2/2018: Steuerpflichtige werden um rund 4,1 Milliarden Euro entlastet

Ab 2018 bekommt das Finanzamt weniger

Steuererklaerung

Höhere FreibetrĂ€ge, mehr Kindergeld, Verbesserung der Altersvorsorge: Das Jahr 2018 verspricht fĂŒr viele Steuerpflichtige einiges an Steuererleichterungen. Umgekehrt wird sich Ă€rgern, wer auf illegale Steuertricks setzt. Denn seit Jahresbeginn wird beim Finanzamt manches anders.

Um rund 4,1 Milliarden Euro werden Steuerpflichtige in diesem Jahr entlastet. Was genau sich alles zu Jahresanfang steuerlich geĂ€ndert hat, das fassen wir hier in groben ZĂŒgen zusammen – inklusive einiger Tipps von Steuerberater Wolfgang Dill aus Limburg.

Entlastung von Familien und Arbeitnehmern:

Von den Steuerentlastungen profitieren insbesondere Familien und Arbeitnehmer.

Folgende Entlastungen wird es fĂŒr 2018 geben:

  • Anhebung des Grundfreibetrags um 180 Euro auf 9.000 Euro,
  • Anhebung des Kinderfreibetrags um 72 Euro auf 4.788 Euro,
  • Anhebung des monatlichen Kindergeldes um 2 Euro (fĂŒr das 1. und 2. Kind auf 194 Euro, fĂŒr das 3. Kind auf 200 Euro, fĂŒr jedes weitere Kind auf 225 Euro)
  • Anhebung des Unterhaltshöchstbetrags (§ 33a EStG) entsprechend der Anhebung des Grundfreibetrags auf 9.000 Euro,
  • Ausgleich der „kalten Progression“ durch die Anpassung der Eckwerte des Einkommensteuertarifs an die geschĂ€tzte Inflationsrate in 2017 (1,65%),
  • Anhebung der Grundzulage fĂŒr geförderte private AltersvorsorgevertrĂ€ge (Riester) von 154 Euro auf 175 Euro,
  • Anhebung des steuerfreien Höchstbetrags in der kapitalgedeckten betrieblichen Altersversorgung von 4% auf 8% der Beitragsbemessungsgrenze zur Rentenversicherung.

Besonders beachten sollten Arbeitnehmer ab diesem Steuerjahr die folgenden beiden Punkte:

  • Weniger Papierkram bei der SteuererklĂ€rung. „Aus der bisherigen Belegvorlagepflicht wird eine Belegvorhaltepflicht“, erklĂ€rt Steuerberater Dill. Das heißt: Steuerzahler sind nun in vielen FĂ€llen nicht mehr dazu verpflichtet, ihrer SteuererklĂ€rung die Belege unmittelbar beizufĂŒgen. Es genĂŒgt vielmehr, diese zu Hause aufzubewahren. Die Aufbewahrungsfrist betrĂ€gt ein Jahr ab der Bestandskraft des Steuerbescheids. „Innerhalb dieses Zeitraums kann das Finanzamt also die Unterlagen bei Bedarf nachfordern“, so Dill.
  • Bessere Abschreibungsmöglichkeiten: Bis einschließlich 2017 konnten Arbeitnehmer ihre Arbeitsmittel (z.B. Laptops oder Aktenkoffer) nur dann sofort im Jahr der Anschaffung abschreiben, wenn die Anschaffungskosten nicht mehr als 410 Euro (ohne Umsatzsteuer) betrugen. „War das Arbeitsmittel teurer, konnte es nur ĂŒber die voraussichtliche Nutzungsdauer abgeschrieben werden. Ein Steuerspareffekt stellte sich also erst spĂ€ter ein“, sagt Steuerexperte Dill. Bei Anschaffungen ab dem 1. Januar 2018 gilt fĂŒr geringwertige WirtschaftsgĂŒter nun eine angehobene Wertgrenze von 800 Euro. „Arbeitsmittel lassen sich demnach hĂ€ufiger direkt im Jahr der Anschaffung abschreiben“, zeigt sich der Limburger Steuerberater erfreut.

Im Bereich der Altersvorsorge treten u.a. diese Verbesserungen in Kraft:

  • Ist der monatliche Rentenanspruch bei einem Riester-Vertrag sehr gering, hat der Anbieter demnĂ€chst das Recht, diesen Rentenanspruch mit einer Einmalzahlung zu Beginn der Auszahlungsphase abzufinden (so genannte Kleinbetragsrentenabfindung). Diese Einmalzahlung wird seit dem 1. Januar 2018 ermĂ€ĂŸigt besteuert (nĂ€mlich gemĂ€ĂŸ der so genannten „FĂŒnftelregelung“).
  • Außerdem mĂŒssen neue zertifizierte AltersvorsorgevertrĂ€ge ein Wahlrecht vorsehen, ob ein Riester-Sparer die Abfindung seiner Kleinbetragsrente zu Beginn der Auszahlungsphase erhalten möchte oder zum 1. Januar des darauffolgenden Jahres. „Eine Verschiebung kann sich auszahlen, wenn die ĂŒbrigen EinkĂŒnfte im Folgejahr geringer sind“, sagt Steuerberater Wolfgang Dill aus Limburg.
  • Einkommen aus zusĂ€tzlicher Altersvorsorge wird bei der Berechnung der Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung nicht mehr voll angerechnet: „KĂŒnftig wird ein monatlicher Sockelbetrag aus zusĂ€tzlicher Altersvorsorge nicht auf die Leistungen der Grundsicherung angerechnet“, erklĂ€rt Steuerexperte Dill. Dieser Sockelbetrag liegt derzeit bei 208 Euro.

Maßnahmen gegen Steuervermeidung von internationalen Großkonzernen:

  • Ab 2018 können internationale Konzerne Ausgaben fĂŒr die Überlassung von Rechten (zum Beispiel Patente, Lizenzen) in Deutschland steuerlich nur noch beschrĂ€nkt berĂŒcksichtigen. „Damit soll vermieden werden, dass in Deutschland aktive Weltkonzerne wie Amazon, Google oder Apple ihre Gewinne grenzĂŒberschreitend verschieben und so praktisch keine Steuern zahlen“, erlĂ€utert Steuerberater Dill.

Maßnahmen gegen Steuerbetrug an der Ladenkasse:

  • Seit Jahresbeginn kann ein AmtstrĂ€ger der Finanzbehörde unangekĂŒndigt eine Kassen-Nachschau durchfĂŒhren. Folglich besteht ein deutlich erhöhtes Entdeckungsrisiko, sollten die Kassenaufzeichnungen manipuliert worden sein. Denn aufgrund der fortschreitenden Technisierung ist es heutzutage möglich, dass digitale Grundaufzeichnungen (z.B. in elektronischen Registrierkassen) unauffĂ€llig gelöscht oder geĂ€ndert werden können. Aber: „Beim kleinsten Verdacht auf Steuerbetrug kann ohne vorherige PrĂŒfungsanordnung direkt zu einer AußenprĂŒfung ĂŒbergegangen werden“, warnt Dill vor illegalen Steuertricksereien.

Foto: stockWERK/fotolia.de


Was können Sie tun?

Denken Sie stets daran: Das Leben ist auch aus steuerlicher Sicht individuell!

Was kann ich alles in meiner EinkommensteuererklĂ€rung angeben? Was muss ich beim Thema Altersvorsorge steuerlich beachten? Wie fĂŒhre ich meine Ladenkasse ordentlich? Fragen ĂŒber Fragen! Wir fĂŒhren Sie sicher durch den Steuer-Dschungel und beantworten alle Ihre individuellen Fragen: kontakt/at/steuerberater-dill.de

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