0 Flares 0 Flares ×

NEWSLETTER 1/2016: Bundesfinanzministerium stellt Regeln zur Abrechnung klar

Das gilt es bei der Freigrenze f├╝r Betriebsveranstaltungen zu beachten

Das gilt es bei der Freigrenze f├╝r Betriebsveranstaltungen zu beachtenBei Betriebsveranstaltungen gilt bereits seit 2015 ein Freibetrag von 110 Euro f├╝r die Aufwendungen pro teilnehmendem Arbeitnehmer. Jetzt hat das Bundesfinanzministerium in einem Schreiben an die Finanzbeh├Ârden noch einmal klar gestellt, wie die neuen Regeln zum Freibetrag genau anzuwenden sind. Demnach m├╝ssen Arbeitgeber gut rechnen k├Ânnen, um den Steuervorteil nicht zu verspielen.

Als Aufwendungen gelten die ÔÇ×Kosten, die der Arbeitgeber gegen├╝ber Dritten f├╝r den ├Ąu├čeren Rahmen der Betriebsveranstaltung aufwendetÔÇť. ÔÇ×Wird der Freibetrag hierf├╝r in H├Âhe von 110 Euro pro Teilnehmer ├╝berschritten, wird Lohnsteuer f├ĄlligÔÇť, sagt Steuerberater Wolfgang Dill aus Limburg.

Der Freibetrag gilt f├╝r bis zu zwei Veranstaltungen (wie Feiern oder auch Ausfl├╝ge) j├Ąhrlich. Worauf genau bei der lohn- und umsatzsteuerlichen Behandlung von Betriebsveranstaltungen geachtet werden muss, erkl├Ąrt das Bundesfinanzministerium in einem aktuellen Schreiben.

Gesamtkosten werden auf alle Teilnehmer aufgeteilt

ÔÇ×Demnach m├╝ssen zun├Ąchst einmal die Gesamtkosten ermittelt werdenÔÇť, erkl├Ąrt Steuerberater Wolfgang Dill. Zu diesen Kosten z├Ąhlen alle Zu- bzw. Aufwendungen des Arbeitgebers einschlie├člich Umsatzsteuer. Dies gilt unabh├Ąngig davon, ob sie einzelnen Arbeitnehmern individuell zurechenbar sind oder ob es sich um einen rechnerischen Anteil an den Kosten der Veranstaltung handelt (zu den anrechenbaren Zuwendungen s. Tabelle unten).

ÔÇ×Die auf diese Weise ermittelten Kosten werden zu gleichen Teilen auf alle bei der Betriebsveranstaltung Anwesenden aufgeteiltÔÇť, f├╝hrt Steuerberater Dill aus. Anschlie├čend wird der auf eine Begleitperson entfallende Anteil der Aufwendungen dem jeweiligen Arbeitnehmer zugerechnet. Aber Vorsicht: ÔÇ×F├╝r eine Begleitperson darf kein zus├Ątzlicher Freibetrag von 110 Euro angesetzt werdenÔÇť, warnt der Limburger Steuerexperte.

Weiter stellt das Ministerium klar, dass die gesetzliche Regelung nicht darauf abstellt, ob es sich um ├╝bliche Zuwendungen handelt. Auch un├╝bliche Zuwendungen, wie z. B. Geschenke, deren Wert je Arbeitnehmer 60 Euro ├╝bersteigt, oder Zuwendungen an einzelne Arbeitnehmer aus einem bestimmten Anlass (wie z.B. das Pr├Ąsent f├╝r ein Betriebsjubil├Ąum) m├╝ssen in dem Freibetrag ber├╝cksichtigt werden.

├ťbrigens: Voraussetzung f├╝r die Gew├Ąhrung des Freibetrags ist, dass die Betriebsveranstaltung allen Angeh├Ârigen des Betriebs bzw. eines Betriebsteils offensteht.

 

Zuwendungen anl├Ąsslich einer Betriebsveranstaltung sind insbesondere
(Quelle: Bundesfinanzministerium)
a) Speisen, Getr├Ąnke, Tabakwaren und S├╝├čigkeiten
b) die ├ťbernahme von ├ťbernachtungs- und Fahrtkosten
c) Musik, k├╝nstlerische Darbietungen sowie Eintrittskarten f├╝r kulturelle und sportliche Veranstaltungen, wenn sich die Veranstaltung nicht im Besuch der kulturellen oder sportlichen Veranstaltung ersch├Âpft
d) Geschenke. Dies gilt auch f├╝r die nachtr├Ągliche ├ťberreichung der Geschenke an solche Arbeitnehmer, die aus betrieblichen oder pers├Ânlichen Gr├╝nden nicht an der Betriebsveranstaltung teilnehmen konnten, nicht aber f├╝r eine deswegen gew├Ąhrte Barzuwendung
e) Zuwendungen an Begleitpersonen des Arbeitnehmers
f) Barzuwendungen, die statt der in a) bis c) genannten Sachzuwendungen gew├Ąhrt werden, wenn ihre zweckentsprechende Verwendung sichergestellt ist
g) Aufwendungen f├╝r den ├Ąu├čeren Rahmen, z.B. f├╝r R├Ąume oder Eventmanager

 

Foto: Picture-Factory/fotolia.de


Was k├Ânnen Sie tun?

Lassen Sie Ihren Steuerberater im Zweifel gegenrechnen

Eine Betriebsveranstaltung wie z.B. ein Firmenausflug verfolgt eigentlich den Zweck, die Stimmung unter den Betriebsangeh├Ârigen zu heben. Lassen Sie sich die gute Laune nicht durch steuerliches Ungemach vermiesen und fragen Sie im Zweifel zur Berechnung der Kosten und des Freibetrags (s. auch unser unten stehendes Rechenbeispiel) bei uns nach:┬á kontakt/at/steuerberater-dill.de

Rechenbeispiel:

  • Die Aufwendungen f├╝r eine Betriebsveranstaltung betragen 10.000 Euro. Der Teilnehmerkreis setzt sich aus 75 Arbeitnehmern zusammen, von denen 25 von je einer Person begleitet werden.
  • Die Aufwendungen werden auf 100 Personen verteilt. Demnach entf├Ąllt auf jede Person ein geldwerter Vorteil von 100 Euro.
  • Nun wird der auf die Begleitperson entfallende geldwerte Vorteil dem jeweiligen Arbeitnehmer zugerechnet.
  • Somit haben 50 Arbeitnehmer einen geldwerten Vorteil von 100 Euro, der den Freibetrag von 110 Euro nicht ├╝bersteigt und daher nicht steuerpflichtig ist.
  • Bei 25 Arbeitnehmern betr├Ągt der geldwerte Vorteil 200 Euro; nach Abzug des Freibetrags von 110 Euro ergibt sich f├╝r diese Arbeitnehmer ein steuerpflichtiger geldwerter Vorteil von jeweils 90 Euro.

Zur├╝ck zur Newsletter-├ťbersicht

zur├╝ck zur Startseite: Steuerberater Dill in Limburg

0 Flares Facebook 0 Google+ 0 0 Flares ×