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NEWSLETTER 5/2016: Private Nutzung als geldwerter Vorteil

Der Firmenwagen als Lohnsteuer-Falle

Der Firmenwagen als SteuerfalleEs ist natĂŒrlich fĂŒr einen Arbeitnehmer ein schöner Bonus, wenn er von seinem Arbeitgeber einen Firmenwagen auch zur privaten Nutzung zur VerfĂŒgung gestellt bekommt. Bei diesem Bonus handelt es sich aber um einen geldwerten Vorteil, der entsprechend versteuert werden muss. Und dabei lauern einige Fallstricke, wie auch ein aktuelles Urteil des Finanzgerichts Berlin-Brandenburg zeigt.

ZunĂ€chst einmal sieht das Finanzamt in der Überlassung einen geldwerten Vorteil bzw. Sachbezug. Da dieser Wert als Arbeitslohn gilt, muss er auch entsprechend versteuert werden. Wer zur Ermittlung der konkreten Steuerbewertung nicht ein (oft umstĂ€ndliches und auch nicht selten umstrittenes) Fahrtenbuch fĂŒhren möchte, muss auf die so genannte 1-%-Methode zurĂŒckgreifen. Danach wird monatlich 1% des Brutto-Listenneupreises des Fahrzeugs (zum Zeitpunkt der Erstzulassung) zum Lohn aufaddiert. „Das gilt ĂŒbrigens auch fĂŒr gebraucht gekaufte oder geleaste Fahrzeuge“, mahnt Steuerberater Wolfgang Dill aus Limburg. Der Steuerexperte verweist dabei auf eine Ă€ltere Entscheidung des Bundesfinanzhofs (BFH, Urteil vom 13. Dezember 2012, Az. VI R 51/11).

Rechenbeispiel:
Der Arbeitnehmer bekommt einen Firmenwagen mit einem Brutto-Listenneupreis in Höhe von 30.000 Euro zur VerfĂŒgung gestellt. Das ergibt einen monatlichen geldwerten Vorteil in Höhe von 300 Euro (1% von 30.000 Euro). Auf diesen Betrag muss der Arbeitnehmer Lohnsteuer zahlen.

„Wer den Dienstwagen auch fĂŒr Fahrten zwischen seiner Wohnung und der ersten TĂ€tigkeitsstĂ€tte nutzt, muss darĂŒber hinaus einen weiteren Sachbezug ansetzen“, erklĂ€rt Steuerberater Dill. Der pauschale Wert hierfĂŒr liegt bei 0,03 Prozent des Listenpreises pro gefahrenen Kilometer. Allerdings dĂŒrfen Arbeitnehmer dann auch die Entfernungspauschale mit 0,30 Euro je Entfernungskilometer als Werbungskosten geltend machen.

Leasingraten als Werbungskosten?
Das Finanzgericht Berlin-Brandenburg musste nun in einem Fall entscheiden, in dem der Arbeitnehmer die Leasingraten fĂŒr den ihm ĂŒberlassenen Pkw als Werbungskosten gelten machen wollte. Der Arbeitgeber behielt diese Raten nĂ€mlich von seinem Gehalt ein (im Wege der so genannten Barlohnumwandlung). Das Finanzamt verweigerte dem Arbeitnehmer aber den Werbungskostenabzug. Zu Recht, entschied das Gericht (FG Berlin-Brandenburg, Urteil vom 11. Februar 2016, Az. 9 K 9317/13).

Nach dem Einkommensteuergesetz abzugsfĂ€hige „Aufwendungen zur Erwerbung, Sicherung und Erhaltung der Einnahmen“ lĂ€gen schon begrifflich nicht vor, weil der KlĂ€ger auf seinen Gehaltsanspruch in Höhe der Leasingkosten verzichtet habe. Lediglich zusĂ€tzliche Zahlungen des Arbeitnehmers, die neben den Leasingraten anfielen (z.B. privat bezahlte Benzinkosten), könnten anteilig bezogen auf die Dienstfahrten als Werbungskosten steuermindernd  berĂŒcksichtigt werden.

Übrigens: „Wird der Dienstwagen ausschließlich fĂŒr die Fahrt zwischen Wohnung und Arbeitsplatz genutzt, fĂ€llt auch keine Steuer an“, sagt der Limburger Steuerberater. Denn dann handelt es sich nicht um eine private Nutzung, sondern um eine der so genannten ErwerbssphĂ€re zuzuordnenden Fahrt (BFH, Urteil vom 6. Oktober 2011, Az. VI R 56/10). Aber: Der oben genannte Sachbezug muss auch in solchen FĂ€llen angesetzt werden.

Foto: vege/fotolia.de


Was können Sie tun?

Denken Sie genau ĂŒber das optimale Steuermodell fĂŒr Ihren Dienstwagen nach

Die 1-%-Methode hat aufgrund ihrer unkomplizierten Berechnung sicherlich ihre Vorteile. Doch gerade bei selten privat genutzten Dienstfahrzeugen kann die Pauschale den Arbeitslohn unverhĂ€ltnismĂ€ĂŸig in die Höhe treiben. Ein Fahrtenbuch ist dann die bessere Alternative. Das muss aber auch fehlerfrei gefĂŒhrt werden, schaut das Finanzamt hier doch ganz besonders gerne ganz besonders genau hin. Aber Vorsicht: Ein Wechsel zwischen beiden Methoden ist wĂ€hrend des Jahres nicht möglich! KlĂ€ren Sie offene Fragen rund um die Versteuerung eines Dienstwagens, dem FĂŒhren eines Fahrtenbuchs usw. rechtzeitig mit uns ab:  kontakt/at/steuerberater-dill.de

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