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NEWSLETTER 2/2016: Modernisierung des Besteuerungsverfahrens

Die Zettelwirtschaft soll ein Ende haben

Die Zettelwirtschaft soll ein Ende habenHat der alljĂ€hrliche Papierkrieg bei der SteuererklĂ€rung bald ein Ende? Ab 2017 soll es gemĂ€ĂŸ eines Gesetzentwurfs der Bundesregierung diverse Erleichterungen geben. Und wer bei seiner SteuererklĂ€rung die Hilfe eines Steuerberaters in Anspruch nimmt, hat dann sogar noch lĂ€nger Zeit hierfĂŒr als bisher schon.

Dass der bĂŒrgerfreundliche Gesetzentwurf umgesetzt wird, scheint aus heutiger Sicht ziemlich wahrscheinlich. Bund und LĂ€nder haben sich nĂ€mlich bereits darauf geeinigt, der Zettelwirtschaft bei der SteuererklĂ€rung ein Ende zu bereiten.

„Die FinanzĂ€mter wollen den Steuerbescheid kĂŒnftig vorzugsweise nur noch elektronisch versenden“, erklĂ€rt Steuerberater Wolfgang Dill aus Limburg. BĂŒrger können bzw. mĂŒssen seit lĂ€ngerem ihre SteuererklĂ€rung mit Hilfe der Software-Schnittstelle „Elster“ elektronisch einreichen (mehr Infos hierzu gibt’s bei Ihrem Steuerberater oder direkt unter www.elsteronline.de). Mit Elster könnte der Postverkehr zwischen Steuerzahlern und FinanzĂ€mtern kĂŒnftig weitestmöglich wegfallen.

SteuererklĂ€rung kĂŒnftig ohne Belege

So braucht ein Steuerzahler in Zukunft bei einer elektronischen SteuererklĂ€rung dem Finanzamt in der Regel keine Belege mehr vorzulegen. Er mĂŒsste demnach unter anderem Papierbelege, wie Spendenquittungen, nicht mehr einreichen, sondern nur noch aufbewahren.

„Außerdem mĂŒssen BĂŒrger nicht lĂ€nger Daten angeben, die den Behörden ohnehin schon vorliegen“, sagt der Limburger Steuerexperte. Dazu zĂ€hlen beispielsweise Lohnsteuerdaten, Rentenzahlungen oder KrankenversicherungsbeitrĂ€ge. „Insgesamt können so rund zwei Drittel aller Belege eingespart werden“, schĂ€tzt Steuerexperte Dill. Das reduziert nicht nur den Aufwand bei den BĂŒrgern, sondern spart auch Kosten in Millionenhöhe bei den Finanzverwaltungen.

Die Bundesregierung möchte zukĂŒnftig auf Papier-Kommunikation zwischen BĂŒrgern, Unternehmen und Finanzamt in beide Richtungen möglichst weitgehend verzichten. Mittelfristig soll ein Großteil der SteuererklĂ€rungen vollautomatisch elektronisch geprĂŒft und verarbeitet werden. Das könnte die Bearbeitungszeit eines durchschnittlichen Einkommensteuer-Falles von momentan zehn Wochen auf kĂŒnftig etwa zwei Wochen deutlich reduzieren.

Eine Verpflichtung zur elektronischen Abwicklung der Steuerangelegenheit soll es aber nicht geben. „Wer Interesse an der neuen vereinfachten Regelung hat, muss sich bei der Finanzverwaltung anmelden und damit einverstanden erklĂ€ren“, sagt Steuerberater Dill. Das kann selbstverstĂ€ndlich auch der Steuerberater des Vertrauens ĂŒbernehmen.

FristverlÀngerung bis zum 28. Februar des Zweitfolgejahres

Überhaupt wird sich der Gang zum Fachmann mit dem Inkrafttreten der neuen Regeln noch ein wenig mehr als ohnehin schon lohnen, wie Steuerberater Dill erlĂ€utert: „Erstellt Ihr Steuerberater die SteuererklĂ€rung, muss sie kĂŒnftig erst bis spĂ€testens zum 28. Februar des Zweitfolgejahres beim Finanzamt abgegeben werden.“ Dazu wĂ€re anders als bisher kein gesonderter Antrag notwendig.

Zwei wichtige Punkte gilt es dabei aber zu beachten: Zum einen kann das Finanzamt die SteuererklĂ€rung – wie bisher auch schon – frĂŒher anfordern. Und zum anderen hat das Finanzamt bei verspĂ€teter Einreichung keinen Ermessensspielraum mehr, sondern muss in jedem Fall einen VerspĂ€tungszuschlag erheben. „Dessen Höhe wird gesetzlich klar definiert“, sagt Steuerberater Dill aus Limburg. Bei einer verspĂ€tet abgegebenen EinkommensteuererklĂ€rung sind beispielsweise 0,25% der festgesetzten Steuer, mindestens aber 50 Euro je angefangenen Monat zu zahlen.

Wenn Bundestag und Bundesrat grĂŒnes Licht geben, treten die neuen Regeln zum 1. Januar 2017 in Kraft.

Foto: bellemedia/fotolia.de


Was können Sie tun?

Bewahren Sie Ihre Belege auch in Zukunft sorgfÀltig auf!

Wegwerfen sollten Steuerzahler ihre (die private Einkommensteuer betreffenden) Belege wegen der geplanten Umstellung natĂŒrlich nicht: Sie mĂŒssen mindestens bis zum Abschluss des Veranlagungsverfahrens aufbewahrt werden. Die FinanzĂ€mter können im Zweifelsfall immer auch nachtrĂ€glich noch Belege wie Rechnungen, Spendenquittungen oder andere Unterlagen einfordern – und werden von dieser Möglichkeit in ZweifelsfĂ€llen vermutlich auch durchaus regen Gebrauch machen. Auch deshalb ist der Weg ĂŒber einen Steuerberater des Vertrauens immer von Vorteil.

Wenn Sie weitere Fragen zur elektronischen SteuererklĂ€rung haben, helfen wir Ihnen gerne weiter. Genau so ĂŒbrigens, wie wenn Sie der „Elster“ grundsĂ€tzlich misstrauen oder fĂŒrchten, mit der neuen Technik nicht klarzukommen. Sprechen Sie uns an:  kontakt/at/steuerberater-dill.de

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