0 Flares 0 Flares ×

DILL-NEWSLETTER 10/2017: Dienstwagen zur privaten Nutzung

Eigenanteil mindert geldwerten Vorteil

Dienstwagen zur privaten Nutzung: Eigenanteil mindert geldwerten Vorteil

Tr├Ągt ein Arbeitnehmer bestimmte Kosten f├╝r seinen privat genutzten Dienstwagen selbst, mindert das den geldwerten Vorteil. Die genauen Details erkl├Ąrt nun das Bundesfinanzministerium in einem aktuellen Rundschreiben.

├ťberl├Ąsst ein Arbeitgeber seinem Arbeitnehmer einen Dienstwagen zur privaten Nutzung, liegt ein geldwerter Vorteil vor. So einfach diese Regelung klingt: ÔÇ×Im Detail kann es aber ganz sch├Ân kompliziert werdenÔÇť, erkl├Ąrt Steuerberater Wolfgang Dill aus Limburg. Der Bundesfinanzhof hatte hierzu n├Ąmlich entschieden, dass bestimmte Nutzungsentgelte und andere Zuzahlungen des Arbeitnehmers, z.B. f├╝r Benzin oder Versicherungen, den Wert dieses geldwerten Vorteils mindern (BFH, Urteile vom 30. November 2016, Az. VI R 2/15 und VI R 49/14). ÔÇ×Nachzuvollziehen, worauf Arbeitnehmer hier achten m├╝ssen, war dabei bislang alles andere als klarÔÇť, kritisiert der Limburger Steuerexperte. Das haben wohl auch die Beamten im Bundesfinanzministerium erkannt. Deshalb hat das Ministerium nun den Finanz├Ąmtern in einem aktuellen Schreiben genau erkl├Ąrt, wie diese vom Arbeitnehmer selbst getragenen Aufwendungen lohnsteuerlich behandelt werden sollen (BMF, Schreiben vom 21. September 2017, Gz. IV C 5 – S 2334/11/10004-02).

Das BMF f├╝hrt hierzu u.a. aus:

  • Ein Nutzungsentgelt f├╝r die private Nutzung des Dienstwagens muss arbeitsvertraglich oder aufgrund einer anderen arbeits- oder dienstrechtlichen Rechtsgrundlage vereinbart werden.
  • Als Eigenanteil bzw. Zuzahlungen, die den geldwerten Vorteil aus der Nutzungs├╝berlassung mindern, kommen in Betracht:
    • pauschale Betr├Ąge (also etwa eine Kilometer- oder Monatspauschale),
    • f├╝r den Dienstwagen ├╝bernommene Leasingraten und
    • (seit den oben genannten BFH-Urteilen neu!) die vollst├Ąndige oder teilweise ├ťbernahme einzelner Kraftfahrzeugkosten durch den Arbeitnehmer. Dazu k├Ânnen z├Ąhlen:
      • Treibstoffkosten,
      • Kfz-Steuer,
      • Beitr├Ąge f├╝r Haftpflicht- und Fahrzeugversicherungen,
      • Wagenpflege/-w├Ąsche,
      • Garagen-/Stellplatzmiete,
      • Wartungs- und Reparaturkosten.
  • Unber├╝cksichtigt bleiben Kosten, die nicht zu den Gesamtkosten des Kraftfahrzeugs geh├Âren, z.B. Park- und Stra├čengeb├╝hren (Vignetten, Mautgeb├╝hren) oder Aufwendungen f├╝r Insassen- und Unfallversicherungen.

Und auch am Steuer des Dienstwagens bleibt der Fahrer in der Zahlungsverantwortung f├╝r das eigene Fehlverhalten: ÔÇ×Verwarnungs-, Ordnungs- und Bu├čgelder k├Ânnen nicht vom geldwerten Vorteil abgezogen, sondern m├╝ssen nach wie vor selbst bezahlt werdenÔÇť, erinnert Steuerberater Dill mit einem Schmunzeln.

Besonderheit bei der Fahrtenbuchmethode
ÔÇ×Bei der Fahrtenbuchmethode flie├čen vom Arbeitnehmer selbst getragene individuelle Kraftfahrzeugkosten grunds├Ątzlich weiterhin nicht in die Gesamtkosten ein. Sie erh├Âhen also auch nicht den individuellen NutzungswertÔÇť, so der Limburger Steuerberater. Die Finanz├Ąmter beanstanden jedoch nicht, wenn bei der Fahrtenbuchmethode vom Arbeitnehmer selbst getragene Kosten in die Gesamtkosten einbezogen und (wie bei der pauschalen Nutzungswertmethode) als Nutzungsentgelt behandelt werden.

Zum Thema Dienstwagen und optimale steuerliche Behandlung beraten wir Sie gern.

Mehr Infos:

Weitere Informationen zu den genannten Urteilen des Bundesfinanzhofs finden Sie hier.

Das Schreiben des  Bundesfinanzministeriums finden Sie hier.

Foto: Eisenhans/fotolia.de


Was k├Ânnen Sie tun?

Bewahren Sie Ihre Belege auf und achten Sie auf vertragliche Vereinbarungen!

Arbeitnehmer, die ihre individuellen Zuzahlungen absetzen wollen, sollten f├╝r steuerliche Zwecke s├Ąmtliche Belege aufbewahren, aus denen sich ihre Kosten├╝bernahme bzw. ihr Eigenanteil ergibt (z.B. Tankquittungen, Kreditkartenabrechnungen, Kontoausz├╝ge). F├╝r die steuerliche Anerkennung der Zuzahlung ist zudem wichtig, dass sie (arbeits-)vertraglich festgelegt worden ist. Wir pr├╝fen gerne f├╝r Sie, ob Ihre vertragliche Vereinbarung mit dem Arbeitgeber den Anspr├╝chen des Finanzamts gerecht wird: kontakt/at/steuerberater-dill.de

Zur├╝ck zur Newsletter-├ťbersicht

zur├╝ck zur Startseite: Steuerberater Dill in Limburg

0 Flares Facebook 0 Google+ 0 0 Flares ×