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NEWSLETTER 9/2016: Tauziehen um die Erbschaftsteuer beendet

So bleiben Firmenerben verschont

Erbschaftsteuer: So bleiben Firmenerben verschontNach langem Hin und Her ist die Reform der Erbschaftsteuer nun beschlossene Sache. Im Vergleich zum Gesetzentwurf aus dem Sommer gibt es an einigen Stellen noch einige Versch├Ąrfungen im Detail. Im Grundsatz bleibt es aber bei dem Verschonungsmodell f├╝r Firmenerben.

Auch der jetzt im Bundesrat gefundene Reform-Kompromiss sieht vor, dass die Erbschaftsteuer auf das beg├╝nstigte Betriebsverm├Âgen erlassen wird, wenn die Firma und die Arbeitspl├Ątze sieben Jahre lang erhalten bleiben. Immerhin noch zu 85% bleibt das ├╝bertragene Betriebsverm├Âgen verschont, wenn der Betrieb mindestens f├╝nf Jahre fortgef├╝hrt wird.

ÔÇ×In beiden F├Ąllen muss aber zus├Ątzlich die Lohnsummenregelung beachtet werdenÔÇť, sagt Steuerberater Wolfgang Dill aus Limburg. Die besagt, dass bei einer erbschaftsteuerneutralen Betriebsfortf├╝hrung ├╝ber sieben Jahre die Lohnsumme insgesamt mindestens 700% der durchschnittlichen Jahresl├Âhne des Erwerbsjahres betragen muss. Bei einer erbschaftsteuererm├Ą├čigten Fortf├╝hrung ├╝ber f├╝nf Jahre sind es immer noch 400% der Lohnsumme.

Die Bed├╝rfnispr├╝fung und ihre Alternative

ÔÇ×Ab einem Betriebsverm├Âgen in H├Âhe von 26 Millionen Euro wird anhand einer so genannten Bed├╝rfnispr├╝fung gekl├Ąrt, ob ein Teil der Steuer nicht doch ÔÇô und zwar dann aus dem Privatverm├Âgen ÔÇô gezahlt werden kannÔÇť, erkl├Ąrt der Limburger Steuerexperte. Der Firmenerbe m├╝sste dann nachweisen, dass er nicht in der Lage ist, die Erbschaftsteuer aus dem verf├╝gbaren Verm├Âgen zu zahlen. F├╝r diese Pr├╝fung w├╝rde dann nicht nur das beg├╝nstigte Betriebsverm├Âgen herangezogen, sondern auch das nichtbeg├╝nstigte Betriebs- und Privatverm├Âgen sowie das Verm├Âgen, welches schon vor der Erbschaft vorhanden war.

ÔÇ×Der Erbe hat allerdings auch noch eine Alternative zu dieser vollst├Ąndigen Offenlegung seines Verm├ÂgensÔÇť, wei├č Steuerberater Dill. Er kann n├Ąmlich beantragen, dass der Verschonungssatz von 85% bzw. 100% stufenweise abgeschmolzen wird. Die Abschmelzung erfolgt mit 1% je 750.000 Euro Betriebsverm├Âgen, welches ├╝ber der Schwelle von 26 Millionen Euro liegt. ÔÇ×F├╝r Erbschaften von mehr als 90 Millionen Euro gelten allerdings keine VerschonungsregelnÔÇť, so der Limburger Steuerexperte.

Die ├änderungen im kurzen ├ťberblick

Abweichend vom urspr├╝nglichen Gesetzentwurf aus dem Sommer wurde im Vermittlungsausschuss unter anderem noch Folgendes beschlossen:

  • Beim vereinfachten Ertragswertverfahren wurde ein einheitlich anzuwendender so genannter Kapitalisierungsfaktor von 13,75 (statt bisher 18) eingef├╝hrt (r├╝ckwirkend ab 1. Januar 2016). Das erm├Âglicht eine marktn├Ąhere Bewertung von Unternehmen, begr├╝├čt der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK).
  • Die Voraussetzungen f├╝r den neu eingef├╝hrten ÔÇ×Vorab-AbschlagÔÇť f├╝r Familienunternehmen wurden versch├Ąrft. Unternehmen mit ÔÇ×familiengesellschaftstypischen Beschr├ĄnkungenÔÇť wird hierbei ein Abschlag von bis zu 30% auf den Wert des beg├╝nstigten Verm├Âgens gew├Ąhrt. Damit dieser Abschlag gew├Ąhrt wird, muss der Gesellschaftsvertrag oder die Satzung bestimmte Entnahme-, Aussch├╝ttungs-, Verf├╝gungs- und Abfindungsbeschr├Ąnkungen enthalten. Diese m├╝ssen schon zwei Jahre vor der Erbschaft bestanden haben und danach ├╝ber einen Zeitraum von 20 Jahren beachtet werden.
  • Bei der so genannten Optionsverschonung (100-%-Abschlag) wird eine maximale Verwaltungsverm├Âgensquote von 20% eingef├╝hrt.
  • Eine Stundung der Steuerschuld wird nur noch f├╝r maximal sieben Jahre gew├Ąhrt; zinsfrei bleibt sie nur im ersten Jahr nach der Steuerfestsetzung.
  • Bei den Altersversorgungsverpflichtungen wird die Verrechnung mit dem Verwaltungsverm├Âgen genauer geregelt.
  • Grundst├╝cke, die vorrangig ├╝berlassen werden, um im Rahmen von Lieferungsvertr├Ągen dem Absatz von eigenen Erzeugnissen und Produkten zu dienen, sollen kein Verwaltungsverm├Âgen darstellen.

Generell will die Regierung Missbrauch k├╝nftig konsequent bek├Ąmpfen. Beispielsweise sagt der Gesetzgeber so genannten Cash-Gesellschaften den Kampf an. Diese M├Âglichkeit, mittels einer GmbH liquides Verm├Âgen von der Besteuerung zu befreien, wird es nicht mehr geben. Auch Luxusgegenst├Ąnde wie Oldtimer, Yachten und Kunstwerke werden grunds├Ątzlich nicht beg├╝nstigt.

Foto: Kzenon/fotolia.de


Was k├Ânnen Sie tun?

Pr├╝fen Sie gemeinsam mit uns genau Ihre M├Âglichkeiten

F├╝r die ├ťbertragung von Betriebsverm├Âgen gibt es auch nach der Reform noch Verg├╝nstigungen. Damit Sie diese in Anspruch nehmen k├Ânnen, m├╝ssen verschiedene Voraussetzungen erf├╝llt sein ÔÇô mitunter schon Jahre vor der ├ťbertragung. Au├čerdem wichtig: Die Reform tritt r├╝ckwirkend in Kraft. Das hei├čt, trotz der monatelangen Verz├Âgerung gelten die neuen Regelungen f├╝r alle Erwerbe nach dem 30. Juni 2016. Wir kl├Ąren mit Ihnen alle offenen Fragen:┬á kontakt/at/steuerberater-dill.de

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