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NEWSLETTER 4/2016: Der feine Unterschied zwischen WohltÀtigkeit oder ReprÀsentation

Trotz gutem Zweck viel Geld in den Sand gesetzt

FĂŒr den guten Zweck Geld in den Sand gesetztGut gemeint ist nicht immer gut gemacht – diese Erfahrung musste nun auch eine Versicherungsgesellschaft machen, die zu WohltĂ€tigkeitszecken mehrere Golfturniere ausgerichtet hatte. Die Kosten hierfĂŒr konnten aber wider Erwarten nicht als Betriebsausgaben geltend gemacht werden. Finanzamt und Bundesfinanzhof werteten die Ausgaben als nicht abziehbare ReprĂ€sentationsaufwendungen.

Über mehrere Jahre hatte eine Versicherungsgesellschaft jeweils ein Golfturnier ausgerichtet. Mit den Erlösen wurden ebenfalls jĂ€hrlich stattfindende WohltĂ€tigkeitsveranstaltungen finanziert, bei denen Spenden fĂŒr leukĂ€mie- und krebskranke Kinder gesammelt wurden. An die Golfturniere schloss sich eine festliche Abendveranstaltung in einem Restaurant an, die ĂŒberwiegend von den Teilnehmern des Golfturniers, darunter auch GeschĂ€ftspartner, sowie von Organisatoren der WohltĂ€tigkeitsveranstaltung, Prominenten und interessierten Dritten besucht wurde.

Die Kosten sowohl fĂŒr die Turniere als auch fĂŒr die daran anschließenden Abendveranstaltungen ĂŒbernahm die Versicherungsgesellschaft. Startgelder wurden nicht erhoben, die Teilnehmer wurden aber um eine großzĂŒgige Spende fĂŒr die WohltĂ€tigkeitsveranstaltung gebeten. Jahrelang berĂŒcksichtigte das Finanzamt die aufgewendeten Gesamtkosten als Betriebsausgaben – bis dann die AußenprĂŒfer des Finanzamts kamen. „Die PrĂŒfer befanden, dass es sich bei den Ausgaben um so genannten ReprĂ€sentationsaufwand handelte“, erklĂ€rt Wolfgang Dill, Steuerberater aus Limburg. Und solchen Ausgaben steht das Abzugsverbot des § 4 Abs. 5 Satz 1 Nr. 4 des Einkommensteuergesetzes (EStG) entgegen.

Dieser Auffassung schloss sich auch der Bundesfinanzhof an (BFH, Urteil vom 16. Dezember 2015, Az. IV R 24/13). In dem genannten Paragraphen heißt es zwar wörtlich, dass „Aufwendungen fĂŒr Jagd oder Fischerei, fĂŒr Segeljachten oder Motorjachten sowie fĂŒr Ă€hnliche Zwecke und fĂŒr die hiermit zusammenhĂ€ngenden Bewirtungen“ nicht möglich seien. Der BFH erinnerte aber an die ursprĂŒngliche BegrĂŒndung des Abzugsverbots aus dem Jahr 1960: Demnach wurde es geschaffen, weil der Gesetzgeber die genannten Ausgaben „ihrer Art nach als ĂŒberflĂŒssige und unangemessene ReprĂ€sentation“ ansah und „im Interesse der Steuergerechtigkeit und des sozialen Friedens“ den Aufwand „nicht lĂ€nger durch den Abzug vom steuerpflichtigen Gewinn auf die Allgemeinheit abgewĂ€lzt“ wissen wollte. „Vor diesem Hintergrund werteten die Richter die Golfturniere eben als einen ,Ă€hnlichen Zweck’“, so Steuerberater Dill.

Foto: samott/fotolia.de


Was können Sie tun?

Lieber ohne Umwege fĂŒr den guten Zweck spenden

Der Versicherungsgesellschaft im oben geschilderten Fall entging ein Betriebskostenabzug in Höhe von 65.000 Euro. Keinen Ärger mit dem Finanzamt hĂ€tte es gegeben, wenn das Unternehmen diese Summe unmittelbar fĂŒr einen guten Zweck gespendet hĂ€tte. Allerdings hĂ€tte es dann eben auch kein Golfturnier und keine festliche Abendveranstaltung gegeben. Wir beraten Sie gerne, wenn es um die steuerlichen Fragen rund um ReprĂ€sentationszwecke, WohltĂ€tigkeitsveranstaltungen oder Spenden fĂŒr einen guten Zweck geht. Motto: Besser vorher fragen und optimal gestalten, als im Nachhinein das Nachsehen haben. kontakt/at/steuerberater-dill.de

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