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DILL-NEWSLETTER 2/2018: Immer wieder Streit ums Fahrtenbuch

F├╝r den Maserati-Fahrer lief’s beim Finanzamt nicht rund

Fahrtenbuch: Ärger für Maserati-Fahrer

Klar: Wer einen Dienstwagen auch privat nutzt, muss das als geldwerten Vorteil versteuern. Weniger klar ist, ob dabei die so genannte 1-%-Regelung oder das F├╝hren eines Fahrtenbuchs besser ist. Letzteres kann gerade bei einem hohen Listenpreis des Fahrzeuges g├╝nstiger sein ÔÇô allerdings schaut das Finanzamt hierbei gerne ganz genau hin. Wie jetzt aktuell der Fall eines Maserati-Fahrers vorm Finanzgericht Rheinland-Pfalz zeigte.

Grunds├Ątzlich muss sich jeder Unternehmer oder Angestellte, der einen Firmenwagen auch privat nutzt, folgende Frage stellen: Versteuere ich pauschal nach der 1-%-Regelung oder erbringe ich lieber den Nachweis ├╝ber den tats├Ąchlich entstandenen Aufwand per Fahrtenbuch? ÔÇ×Die 1-%-Regelung punktet in vielen F├Ąllen mit ihrer EinfachheitÔÇť, erkl├Ąrt Steuerberater Wolfgang Dill aus Limburg. Hierbei wird dann 1% des Bruttolisten-Neupreises als geldwerter Vorteil f├╝r die Privatnutzung angesetzt.

Beispiel:

  • Der Dienstwagen steht zum Neupreis mit 25.000 Euro in der Liste des Herstellers.
  • 1% hiervon sind 250 Euro.
  • Bei einer privaten Nutzung m├╝ssen also auf 250 Euro monatlich Lohnsteuer, Solidarit├Ątszuschlag, (eventuell) Kirchensteuer sowie Sozialversicherungsbeitr├Ąge gezahlt werden.

Wann sich das F├╝hren eines Fahrtenbuchs lohnt

ÔÇ×Es gibt allerdings einige F├Ąlle, in denen diese Regelung den Fahrer bei der Einkommensteuer eher schlechter stelltÔÇť, wei├č Steuerexperte Dill. Das gilt etwa dann, wenn der Dienstwagen gebraucht gekauft wurde, die Distanz zwischen Wohnung und Arbeitsplatz recht gro├č ist oder der Wagen eigentlich nur wenig privat genutzt wird. Und das gilt auch, wenn der Dienstwagen sehr teuer ist. ÔÇ×In all diesen F├Ąllen kann es sich trotz des h├Âheren Aufwandes lohnen, ein Fahrtenbuch zu f├╝hrenÔÇť, so der Limburger Steuerfachmann.

Dann aber schaut das Finanzamt auch besonders gerne ganz genau hin. Diese Erfahrung musste nun ein Arbeitnehmer aus Rheinland-Pfalz machen, der sich f├╝r seine Dienst- und Privatfahrten gerne in einen Maserati setzte (Listenpreis: 116.000 Euro).

Er f├╝hrte zwar ein Fahrtenbuch, in dem er die beruflich und die privat gefahrenen Kilometer aufzeichnete. Das Fahrtenbuch war nach Auffassung des Finanzamts allerdings nicht ordnungsgem├Ą├č. Daher ermittelte es den geldwerten Vorteil, der f├╝r die Privatnutzung eines Gesch├Ąftswagens als Lohn anzusetzen ist, nicht nach dem aufgezeichneten Anteil der Privatfahrten, sondern nach der 1-%-Regelung.

Masarati-Fahrer schaute vor Gericht in die R├Âhre

Hiergegen klagte der Arbeitnehmer. Doch das Finanzgericht Rheinland-Pfalz stellte sich auf die Seite des Finanzamts (FG Rheinland-Pfalz, Urteil vom 13. November 2017, Az. 5 K 1391/15). So stellte das Gericht unter anderem fest, dass das f├╝r die Eintragungen verwendete Formularbuch erst nach den Streitjahren in den Handel gekommen sei. ÔÇ×Daraus folgerten die Richter, dass die Aufzeichnungen nicht ÔÇô wie erforderlich ÔÇô zeitnah, sondern erst nachtr├Ąglich erstellt worden seienÔÇť, erl├Ąutert Steuerberater Dill. Der Kl├Ąger argumentierte, er habe ein unleserliches erstes Fahrtenbuch noch einmal sauber ├╝bertragen ÔÇô konnte dieses aber nicht vorlegen.

Au├čerdem habe der Kl├Ąger des ├ľfteren keine konkreten Angaben zum Ziel und/oder Zweck der Reise gemacht. Bestimmte Kilometerst├Ąnde konnten nicht stimmen. Einige Fahrten k├Ânnten schon gar nicht stattgefunden haben ÔÇô weil der Maserati nachweislich in der Werkstatt bzw. bereits verkauft gewesen sei.

Besser erst gar keine Zweifel aufkommen lassen

Nicht immer liegt der Fall so eindeutig wie hier. Manchmal sind es in der Tat nur kleine Formfehler, die das Finanzamt an einem Fahrtenbuch zweifeln lassen. Daher hier noch einmal in K├╝rze, was in einem ordnungsgem├Ą├č gef├╝hrten Fahrtenbuch zu einer Fahrt aufgef├╝hrt sein muss:

  • das Datum,
  • die Uhrzeit,
  • die Reiseroute,
  • Besonderheiten (Stau, Umleitung etc.),
  • der Grund der Fahrt (mit Kundennamen/Lieferantennamen oder ├ähnlichem)
  • sowie der Kilometerstand.

ÔÇ×Wenn getankt wurde, muss das ebenfalls unter Angabe der getankten Menge vermerkt werdenÔÇť, erg├Ąnzt Steuerberater Dill. Ganz wichtig aber ist eben auch das Kriterium ÔÇ×zeitnahÔÇť. ÔÇ×Besonders skeptisch werden Finanzbeamte etwa dann, wenn ein Fahrtenbuch offensichtlich in einem Rutsch erstellt wurdeÔÇť, so der Limburger Steuerfachmann.

Weiterf├╝hrender Link

Volltext des Urteils des Finanzgerichts Rheinland-Pfalz

Foto: Alexandre Pr├ęvot/wikicommons

 


Was k├Ânnen Sie tun?

Pr├╝fen Sie, welche Methode f├╝r Sie g├╝nstiger ist!

Ob in Ihrem Fall die 1-%-Regelung oder das F├╝hren eines Fahrtenbuchs sinnvoller ist, kl├Ąren wir mit Ihnen gerne in einem individuellen Beratungsgespr├Ąch: kontakt/at/steuerberater-dill.de

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