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NEWSLETTER 4/2015: Darlehen einer GmbH an einen Gesellschafter

Ein zu niedriger Zins ruft das Finanzamt auf den Plan

Darlehen einer GmbH an einen GesellschafterIm Prinzip ist es ja ein Grund zur Freude: Eine GmbH arbeitet wirtschaftlich ausgesprochen erfolgreich, die Gewinne sprudeln. F├╝r Mehrheitsgesellschafter, die einen Teil der freien Mittel f├╝r sich privat nutzen m├Âchten (beispielsweise zum Erwerb oder zur Modernisierung eines Wohnhauses) gibt es vor allem unter steuerlichen Aspekten eine Option, an die in der Regel nur die wenigsten denken.

Zun├Ąchst naheliegend w├Ąre eine von der Gesellschafterversammlung zu beschlie├čende Gewinnaussch├╝ttung der GmbH an den oder die Gesellschafter. ÔÇ×In diesem Fall m├╝sste diese Aussch├╝ttung mit der 25-prozentigen Abgeltungsteuer zuz├╝glich Solidarit├Ątszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer privat versteuert werdenÔÇť, sagt Steuerberater Wolfgang Dill aus Limburg.

Die andere M├Âglichkeit w├Ąre ein Darlehen der GmbH an den Gesellschafter. Grundvoraussetzung dabei ist aber, dass die GmbH das Geld nicht selbst ben├Âtigt. ÔÇ×Attraktiv an dieser Option ist, dass sich der Gesellschafter Abgeltungssteuer und Soli-Zuschlag sparen kannÔÇť, wei├č Steuerexperte Dill. In diesem Fall m├╝ssen aber neben oben genannter Voraussetzung nat├╝rlich einige Regeln beachtet werden, damit das Finanzamt nicht von einer verdeckten Gewinnaussch├╝ttung (vGA) ausgeht.

ÔÇ×Wichtig hierbei ist vor allem der vereinbarte Zinssatz des DarlehensÔÇť, erkl├Ąrt der Limburger Steuerberater. Er muss den bank├╝blichen Kriterien entsprechen. Diese sind allerdings nicht allgemeing├╝ltig gefasst, sondern abh├Ąngig von verschiedenen Faktoren: der Laufzeit, der Tilgung sowie der H├Âhe und Sicherheit des Darlehens. Au├čerdem muss bei der Berechnung eines angemessenen Zinses ein so genanntes Damnum mit einbezogen werden. Dieses ergibt sich aus der Differenz zwischen R├╝ckzahlungs- und Auszahlungsbetrag des Kredits. Bei einem betrieblichen Darlehen gelten auch hierf├╝r spezielle steuerrechtliche Regeln.

Die Frage nach der Angemessenheit eines Darlehenszinses hat bereits zahlreiche Gerichte besch├Ąftigt. Sollte die Gesellschaft beispielsweise ihrerseits selbst ein Darlehen aufnehmen, um es an den Gesellschafter weiterzugeben, muss sie auch den Zins weitergeben, der f├╝r ihr eigenes Darlehen f├Ąllig ist, entschied der Bundesfinanzhof (BFH, Urteil vom 16. September 1957, Az. I 88/58, BStBl III 1958, S. 451). In einem anderen Urteil entschied der BFH, was passiert, wenn die Gesellschaft mit ihren freien Mitteln einen eigenen (hochverzinslichen) Kredit tilgen k├Ânnte, stattdessen aber dem Gesellschafter ein (zinsg├╝nstigeres) Darlehen gew├Ąhrt. Dann muss sie dem Darlehensnehmer auch den f├╝r den weiterlaufenden Bankkredit anfallenden Zins berechnen (BFH, Urteil vom 28.2.1990, Az. I 83/87, BStBl II 1990, S. 649).

Zu beachten sind zudem die (kurzfristigen) Anlagechancen der GmbH f├╝r ihre freien Mittel bzw. die erzielten Gewinne. Kann eine GmbH z.B. f├╝r eine Festgeldanlage im Zeitraum von zwei Jahren einen Zinssatz von 2% erzielen, k├Ânnte sie dem Gesellschafter auch ein Darlehen zu diesem Zinssatz im gleichen Zeitraum gew├Ąhren. In einem solchen Fall liegt keine vGA vor, entschied das Finanzgericht Baden-W├╝rttemberg ÔÇô schlie├člich k├Ânne das in H├Âhe der markt├╝blichen Konditionen verzinste Darlehen an den Gesellschafter auch nicht zu einer Verm├Âgenseinbu├če bei der GmbH f├╝hren (FG Baden-W├╝rttemberg, Urteil vom 10. November 2005, Az. 3 K 353/01).

ÔÇ×Im Streitfall jedoch muss grunds├Ątzlich das Finanzamt nachweisen, dass der vereinbarte Zins f├╝r das Darlehen an den Gesellschafter zu niedrig istÔÇť, sagt Steuerberater Dill. Dazu m├╝sste es zum Beispiel belegen, dass die GmbH aus den freien Mitteln ein eigenes, h├Âher verzinstes Darlehen h├Ątte zur├╝ckzahlen k├Ânnen oder sie eine bessere Anlagem├Âglichkeit zu einem h├Âheren Zinssatz gehabt h├Ątte.

Foto: fotomek/fotolia


Was k├Ânnen Sie tun?

Vorher informieren, Ärger mit dem Finanzamt sparen

Bei Darlehen an einen Gesellschafter wird das Finanzamt schnell misstrauisch. Die Beh├Ârde nimmt in der Regel n├Ąmlich nicht nur den Zinssatz ganz genau unter die Lupe, sondern die gesamte Darlehensvereinbarung bzw. die vereinbarten Konditionen (R├╝ckzahlungsmodalit├Ąten, Laufzeit, Besicherung etc.). Damit es hier erst gar keinen ├ärger gibt, sollten sich Unternehmer, die ein Darlehen ihrer GmbH in Anspruch nehmen m├Âchten, von uns im Vorfeld beraten lassen: kontakt/at/steuerberater-dill.de

 

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