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DILL-NEWSLETTER 6/2017: HÀusliches Arbeitszimmer eines SelbstÀndigen

Wenn fĂŒr den Chef kein Platz frei ist

HÀusliches Arbeitszimmer eines SelbstÀndigen

Wann ist das hĂ€usliche Arbeitszimmer eines SelbstĂ€ndigen steuerlich abzugsfĂ€hig und wann nicht? Mit dieser Frage und der „Zumutbarkeit“ eines Arbeitsplatzes im eigenen Betrieb befasste sich jetzt wieder einmal der Bundesfinanzhof.

Nach dem Einkommensteuergesetz (EStG) besteht zunĂ€chst einmal ein Abzugsverbot fĂŒr Aufwendungen fĂŒr ein hĂ€usliches Arbeitszimmer (§ 4 Abs. 5 Satz 1 Nr. 6b Satz 1 EStG). Eine Ausnahme gilt nur, wenn „fĂŒr die betriebliche oder berufliche TĂ€tigkeit kein anderer Arbeitsplatz zur VerfĂŒgung steht“ (Satz 2). Und genau darĂŒber streiten sich immer wieder Steuerzahler und Finanzamt.

„In der Praxis stellt sich durchaus öfters die Frage, ob ein möglicherweise vorhandener ,anderer‘ Arbeitsplatz ĂŒberhaupt zumutbar ist“, weiß Steuerberater Wolfgang Dill aus Limburg. So auch im vom Bundesfinanzhof entschiedenen Fall (BFH, Urteil vom 22. Februar 2017, Az. III R 9/16). Hier war ein selbstĂ€ndiger LogopĂ€de in zwei Praxen tĂ€tig, die in angemieteten RĂ€umen untergebracht waren. Die ArbeitsplĂ€tze dort wurden ĂŒberwiegend von seinen vier Angestellten genutzt. FĂŒr Verwaltungsarbeiten nutzte der LogopĂ€de daher ein hĂ€usliches Arbeitszimmer.

Das Abzugsverbot fĂŒr das Arbeitszimmer kam seinem Sinn und Zweck nach nicht zum Tragen

Die Finanzrichter gelangten aufgrund einer WĂŒrdigung der konkreten UmstĂ€nde zu der Auffassung, dass eine Erledigung der BĂŒroarbeiten in den PraxisrĂ€umen – auch außerhalb der Öffnungszeiten – nicht zumutbar sei. Soweit die Nutzung des Arbeitsplatzes in einer Weise eingeschrĂ€nkt sei, dass der Steuerpflichtige in seinem hĂ€uslichen Arbeitszimmer einen nicht unerheblichen Teil seiner beruflichen oder betrieblichen TĂ€tigkeit verrichten muss, kommt das Abzugsverbot nach seinem Sinn und Zweck nicht zum Tragen. „Deshalb waren die Aufwendungen fĂŒr das hĂ€usliche Arbeitszimmer immerhin bis zum Höchstbetrag von 1.250 Euro begrenzt abzugsfĂ€hig“, sagt Steuerexperte Dill.

Internet-Links:

BFH, Urteil vom 22. Februar 2017, Az. III R 9/16

Einkommensteuergesetz (EStG): § 4 Gewinnbegriff im Allgemeinen

Einkommensteuergesetz (EStG): § 9 Werbungskosten

Foto: endostock/fotolia.de


Was können Sie tun?

KlĂ€ren Sie, ob es sich um einen „zumutbaren“ Arbeitsplatz handelt oder nicht!

Anhaltspunkte dafĂŒr, ob fĂŒr einen SelbstĂ€ndigen bzw. Unternehmer ein Arbeitsplatz „zumutbar“ ist, können sich sowohl aus dessen Beschaffenheit (GrĂ¶ĂŸe, Lage, Ausstattung) als auch aus den Rahmenbedingungen seiner Nutzung (Umfang der Nutzungsmöglichkeit, Zugang zum GebĂ€ude, zumutbare Möglichkeit der Einrichtung eines außerhĂ€uslichen Arbeitszimmers) ergeben. Wir helfen Ihnen gern bei der individuellen EinschĂ€tzung: kontakt/at/steuerberater-dill.de

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