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NEWSLETTER 8/2015: Besteuerung von AusschĂŒttungen aus Beteiligungen an Kapitalgesellschaften

Kein „maßgeblicher Einfluss“ auf die GeschĂ€ftsfĂŒhrung nötig

Kein „maßgeblicher Einfluss“ auf die GeschĂ€ftsfĂŒhrung nötigDie AusschĂŒttungen aus Beteiligungen an Kapitalgesellschaften (GmbH) können unter bestimmten Voraussetzungen auf Antrag nach der tariflichen Einkommensteuer (und unter Anwendung des TeileinkĂŒnfteverfahrens) besteuert werden. Das kann je nach Einkommenshöhe gegenĂŒber dem sonst ĂŒblichen Abgeltungssteuersatz fĂŒr KapitalertrĂ€ge in Höhe von 25% vorteilhaft sein. Der Bundesfinanzhof (BFH) erleichtert mit einem aktuellen Urteil das Wahlrecht.

Der BFH stellte klar: Die Umstellung von der 25-prozentigen Abgeltungssteuer auf die tarifliche Einkommensteuer ist auch dann möglich, wenn der Steuerpflichtige als Anteilseigner einer GmbH (mindestens zu 1%) aufgrund seiner beruflichen TĂ€tigkeit fĂŒr die GmbH keinen maßgeblichen Einfluss auf die GeschĂ€ftsfĂŒhrung derselben ausĂŒben kann (BFH, Urteil vom 25. August 2015, Az. VIII R 3/14). Genau diesen „maßgeblichen Einfluss“ nĂ€mlich hatte das Finanzamt in dem konkreten Fall als Voraussetzung angesehen.

Der BFH dagegen vertrat die Auffassung, dass sich aus dem Wortlaut der gesetzlichen Regelung weder qualitative noch quantitative Anforderungen an die berufliche TĂ€tigkeit des Anteilseigners fĂŒr die GmbH ergeben. „Die Richter hielten die von der Finanzverwaltung vertretene Auffassung, dass eine nur untergeordnete berufliche TĂ€tigkeit nicht fĂŒr das Antragsrecht ausreiche, fĂŒr rechtlich zweifelhaft“, erklĂ€rt Steuerberater Wolfgang Dill aus Limburg.

Aber: Bei der Entscheidung der obersten Finanzrichter kam es darauf gar nicht an. Denn verhandelt wurde der Fall einer Assistentin der GeschĂ€ftsleitung, die auch im Bereich der Lohn- und Finanzbuchhaltung fĂŒr die GmbH tĂ€tig war. Insofern war ihre berufliche TĂ€tigkeit gar nicht von untergeordneter Bedeutung, so der BFH.

Antrag auf Regelbesteuerung der KapitaleinkĂŒnfte rechtzeitig stellen

Wichtig ist allerdings: „Der Antrag auf Regelbesteuerung der KapitaleinkĂŒnfte aus einer Beteiligung an einer GmbH muss spĂ€testens zusammen mit der EinkommensteuererklĂ€rung gestellt werden“, sagt Steuerexperte Dill. Dies bekrĂ€ftigte der BFH in einem weiteren Urteil (vom 28. Juli 2015, Az. VIII R 50/14).

Foto: Kzenon/fotolia.de


Was können Sie tun?

PrĂŒfen Sie die Voraussetzungen und die Vorteile eines Wechsels in die tarifliche Besteuerung

Der Wechsel von der 25-prozentigen Abgeltungssteuer auf die tarifliche Besteuerung (samt Anwendung des TeileinkĂŒnfteverfahrens) kann sich fĂŒr Anteilseigner einer Kapitalgesellschaft unter UmstĂ€nden lohnen. Das geht aber nur unter einer bestimmten Voraussetzung: Der Anteilseigner muss entweder mindestens 25% der Anteile halten oder er muss mindestens 1% der Anteile halten und zugleich beruflich fĂŒr die Kapitalgesellschaft tĂ€tig sein.
Wir prĂŒfen gerne gemeinsam mit Ihnen, ob sich der Wechsel lohnt bzw. ob Sie eine der beiden genannten Voraussetzungen erfĂŒllen:  kontakt/at/steuerberater-dill.de

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