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DILL-NEWSLETTER 9/2017: Au├čergew├Âhnliche Belastungen in der Steuererkl├Ąrung

Kosten f├╝r behindertengerechten Umbau optimal verteilen

Junge im Rollstuhl: Kosten f├╝r behindertengerechten Umbau verteilen

Das Leben verl├Ąuft nicht immer nach Plan. Das ist dem Gesetzgeber durchaus klar, weshalb bestimmte unvorhergesehene Ereignisse steuerlich ber├╝cksichtigt werden k├Ânnen. Beim Thema behindertengerechter Umbau zeigte der Bundesfinanzhof (BFH) jetzt aber ganz genau die Grenzen des Gesetzes auf.

ÔÇ×Rund um das Thema au├čergew├Âhnliche Belastungen gibt es zahlreiche komplizierte gesetzliche Bestimmungen ÔÇô und dar├╝ber immer wieder Streit vor GerichtÔÇť, wei├č Steuerberater Wolfgang Dill aus Limburg. Er nennt als Beispiel den Fall eines Ehepaares, der k├╝rzlich vom Bundesfinanzhof entschieden wurde (BFH, Beschluss vom 12. Juli 2017, Az. VI R 36/15).

Umfangreicher Umbau wegen schwerbehinderter Tochter

In dem konkreten Fall lie├č das Ehepaar sein Haus wegen seiner schwerbehinderten Tochter f├╝r fast 170.000 Euro behindertengerecht umbauen. Von diesen Kosten machten sie 60.000 Euro als au├čergew├Âhnliche Belastungen in ihrer Steuererkl├Ąrung geltend und beantragten, den Restbetrag auf die folgenden beiden Veranlagungszeitr├Ąume zu verteilen. Sie machten so genannte Billigkeitsgr├╝nde (gem├Ą├č ┬ž 163 AO) geltend.

ÔÇ×Das Finanzamt hat laut Abgabenordnung bei der Festsetzung von Steuern durchaus ErmessensspielraumÔÇť, erkl├Ąrt Steuerexperte Dill. ÔÇ×Es kann die Steuern niedriger festsetzen, wenn die Erhebung der Steuer nach Lage des einzelnen Falls unbillig w├ĄreÔÇť. Im vorliegenden Fall aber lehnten die Finanzbeamten die geltend gemachten Billigkeitsgr├╝nde ab. Denn diese seien so genannten atypischen Ausnahmef├Ąllen vorbehalten. Das Ehepaar klagte gegen diese Entscheidung.

Doch auch der Bundesfinanzhof lie├č sich nicht erweichen. Die Finanzrichter unterst├╝tzten die Sichtweise des Finanzamts mit Blick auf das so genannte Abflussprinzip. Sie stellten klar: Aufwendungen i.S. des ┬ž 33 Abs. 1 EStG sind grunds├Ątzlich in dem Veranlagungszeitraum zu ber├╝cksichtigen, in dem der Steuerpflichtige sie geleistet hat. Selbst wenn sich die au├čergew├Âhnlichen Belastungen in dem Veranlagungszeitraum, in dem sie geleistet werden, mangels eines hinreichenden Gesamtbetrags der Eink├╝nfte nicht auswirken: ÔÇ×Das Gesetz sieht leider keine M├Âglichkeit vor, den restlichen Betrag auf andere Veranlagungszeitr├Ąume zu ├╝bertragen bzw. zu verteilenÔÇť, bedauert Steuerberater Dill.

Foto: arnoaltix/123rf.com


Was k├Ânnen Sie tun?

Nutzen Sie beim behindertengerechten Umbau m├Âgliche Gestaltungsspielr├Ąume!

Die Verteilung der Baukosten f├╝r den behindertengerechten Umbau d├╝rfte in den allermeisten F├Ąllen nicht m├Âglich sein. Dennoch bieten sich gewisse Gestaltungsspielr├Ąume ÔÇô und zwar beim Timing der Bauma├čnahmen selbst. Wer vergleichsweise dringend umbauen muss, sollte die Ma├čnahmen wenn m├Âglich ├╝ber den Jahreswechsel vornehmen lassen. Dann k├Ânnen die Handwerkerrechnungen immerhin ├╝ber zwei Jahre verteilt steuerlich geltend gemacht werden. Und wenn im Einzelfall bestimmte Umbauma├čnahmen vielleicht noch nicht unbedingt notwendig sind, kann man diese sogar noch in ein drittes Jahr verlegen. Dann k├Ânnen hierf├╝r wenigstens noch haushaltsnahe Handwerkerleistungen geltend gemacht werden. Wir sprechen mit Ihnen gerne Ihren individuellen Fall durch: kontakt/at/steuerberater-dill.de

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