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NEWSLETTER 4/2016: Umsatzsteuer-Pflicht f├╝r gemeinn├╝tzige Vereine

Beim Sponsoring schnell im Steuer-Abseits

Sponsoring aus steuerliche SichtGemeinn├╝tzige Vereine und Organisationen sind nicht nur auf Mitgliederbeitr├Ąge angewiesen, sondern brauchen f├╝r ihre Arbeit oft zus├Ątzliche Einnahmen von Spendern und Sponsoren. Zum Thema Sponsoring hat die Oberfinanzdirektion Karlsruhe aktuell einige Spielregeln aufgestellt, die Vereinsverantwortliche ber├╝cksichtigen sollten.

Unter Sponsoring wird aus steuerlicher Sicht ├╝blicherweise die Gew├Ąhrung von Geld oder geldwerten Vorteilen durch Unternehmen zur F├Ârderung von Personen, Gruppen und/oder Organisationen in sportlichen, kulturellen, kirchlichen, wissenschaftlichen, sozialen, ├Âkologischen oder ├Ąhnlich bedeutsamen gesellschaftspolitischen Bereichen verstanden. Hiermit werden in der Regel auch eigene unternehmensbezogene Ziele der Werbung oder ├ľffentlichkeitsarbeit verfolgt. Das unterscheidet ÔÇ×SponsoringÔÇť von einer (nicht mit einer geldwerten Gegenleistung verbundenen) Spende.

Entscheidend f├╝r die steuerliche Bewertung ist dabei stets, was im konkreten Sponsoringvertrag steht. Den aber braucht seinerseits der Sponsor, damit er seine Aufwendungen z.B. als Betriebsausgaben problemlos beim Finanzamt geltend machen kann.

Wenn ein Verein als Geldempf├Ąnger beispielsweise als ÔÇ×kleines Dankesch├ÂnÔÇť eindeutige werbliche Leistungen erbringt, so sind diese nach dem Umsatzsteuergesetz steuerpflichtig (┬ž 1 Abs. 1 Nr. 1 UStG). Dazu z├Ąhlen z.B. Banden- oder Trikotwerbung, Anzeigen im Vereinsbl├Ąttchen, das Verteilen von Werbebrosch├╝ren an die Mitglieder oder auch die kostenlose ├ťberlassung von Eintrittskarten an Firmenangeh├Ârige des Sponsors. ÔÇ×Bei solchen Arten von Gegenleistungen an Sponsoren handelt es sich um Ums├Ątze im Rahmen eines wirtschaftlichen Gesch├ĄftsbetriebsÔÇť, erkl├Ąrt Steuerberater Wolfgang Dill aus Limburg. Konsequenz: ÔÇ×Auch ein gemeinn├╝tziger Verein muss dann 19% Umsatzsteuer zahlen.ÔÇť

Einfacher Hinweis ist noch kein Leistungsaustausch

Die Oberfinanzdirektion Karlsruhe hat nun noch einmal klargestellt, welche Details beim Thema Sponsoring zu beachten sind. ÔÇ×Wenn ein Verein Geld von einem Sponsor erh├Ąlt und im Gegenzug laut Sponsoringvertrag lediglich auf die Unterst├╝tzung durch den Sponsor hinweist ÔÇô also beispielsweise auf Plakaten, in Veranstaltungshinweisen, in Ausstellungskatalogen, auf seiner Internetseite etc. ÔÇô dann liegt kein Leistungsaustausch vor und es muss auch keine Umsatzsteuer gezahlt werdenÔÇť, erl├Ąutert der Limburger Steuerberater. Der Hinweis auf den Sponsor kann hierbei durch die Nennung des Namens oder durch Abdruck des Logos erfolgen.

Zwei wesentliche Dinge m├╝ssen dann aber beachtet werden: Wenn dem Sponsor das ausdr├╝ckliche Recht einger├Ąumt wird, die Sponsoringma├čnahme im Rahmen eigener Werbung zu vermarkten, liegt eine (steuerpflichtige) Leistung des Zuwendungsempf├Ąngers an den Sponsor vor. Und wird neben Name, Emblem oder Logo des Sponsors z.B. noch der Slogan oder auf der Vereins-Webseite eine Verlinkung zu dessen Internetseite genutzt, liegt ebenfalls eine steuerpflichtige Leistung vor.

Beispiele

  • Ein Versicherungsunternehmen zahlt einem Sportverein f├╝r ein Turnfest einen Zuschuss von 10.000 Euro. Es wird vereinbart, dass in der Festschrift und im Festprogramm auf die finanzielle Unterst├╝tzung durch das Versicherungsunternehmen durch Abdruck des Firmenlogos hingewiesen wird. Damit erbringt der Verein keine steurpflichtige Liestung ÔÇô es f├Ąllt keine Umsatzsteuer an.
  • Gegen├╝ber einer ├Ârtlichen Bank, die ebenfalls 10.000 Euro zahlt, verpflichtet sich der Verein, zus├Ątzlich zum Firmenlogo auf dem Plakat auch einen allgemein bekannten Werbeslogan abzudrucken. Au├čerdem gibt ein Autohaus einen Zuschuss in H├Âhe von 5.000 Euro. Diese Unterst├╝tzung setzt das Autohaus auf seiner Internetseite aktiv f├╝r seine Imagewerbung bei Kunden ein, wof├╝r es auch die vertraglich zugesicherte Erlaubnis des Vereins gibt. In beiden F├Ąllen erbringt der Verein im Gegenzug zur finanziellen Unterst├╝tzung eine Werbeleistung, f├╝r die 19% Umsatzsteuer f├Ąllig werden.

Foto: matimix/fotolia.de


Was k├Ânnen Sie tun?

Im Steuerdschungel sollten Vereinsverantwortliche auf einen erfahrenen Guide setzen

Die oben genannten Regeln gelten nicht nur f├╝r Geldleistungen im Rahmen eines Sponsoringvertrages, sondern auch f├╝r Sachleistungen. Um steuerrechtlich stets auf der sicheren Seite zu bleiben, sollten Vereinsverantwortliche vor dem Abschluss von Sponsorenvertr├Ągen unbedingt den Rat eines Fachmanns einholen. Mit unserer Expertise im Umsatzsteuer- sowie im Gemeinn├╝tzigkeitsrecht helfen wir Ihnen gerne: kontakt/at/steuerberater-dill.de

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