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NEWSLETTER 3/2016: Steuerliche Absetzbarkeit nach aktuellem Urteil in Gefahr

Beim Arbeitszimmer sieht der Bundesfinanzhof kaum noch Spielraum

Beim Arbeitszimmer sieht der Bundesfinanzhof kaum noch SpielraumDer Dauerstreit mit dem Finanzamt um das hĂ€usliche Arbeitszimmer dĂŒrfte bald endgĂŒltig vorbei sein – leider zu Ungunsten zahlreicher Steuerzahler, die daheim berufstĂ€tig sind. Der Bundesfinanzhof hat jetzt nĂ€mlich recht unmissverstĂ€ndlich deutlich gemacht, wie ein solcher Raum zu definieren ist und was hier alles passieren darf – und was nicht.

Nach dem Urteil der obersten Finanzrichter reicht ein bĂŒromĂ€ĂŸig eingerichteter Raum allein nicht mehr als Voraussetzung fĂŒr ein hĂ€usliches Arbeitszimmer aus (BFH, Beschluss vom 27. Juli 2015, Az. GrS 1/14, veröffentlicht am 28. Januar 2016).  Vielmehr muss dieser Raum ausschließlich oder nahezu ausschließlich fĂŒr betriebliche oder berufliche Zwecke genutzt werden. Ist das nicht der Fall, sind die Aufwendungen hierfĂŒr insgesamt nicht abziehbar. „Damit scheidet nun leider auch die in der Praxis hĂ€ufig vorkommende gemischte Nutzung aus“, erklĂ€rt Steuerberater Wolfgang Dill aus Limburg. „Eine Aufteilung und anteilige BerĂŒcksichtigung als Werbungskosten im Umfang der betrieblichen oder beruflichen Verwendung ist nun nicht mehr möglich“, so der Limburger Steuerexperte.

Diese Grundsatzentscheidung betrifft die durch das Jahressteuergesetz 1996 eingefĂŒhrte AbzugsbeschrĂ€nkung fĂŒr hĂ€usliche Arbeitszimmer. Seither sind Aufwendungen hierfĂŒr nur unter der Voraussetzung abziehbar, dass fĂŒr die betriebliche oder berufliche TĂ€tigkeit kein anderer Arbeitsplatz zur VerfĂŒgung steht. Die Höhe der abziehbaren Aufwendungen ist dabei grundsĂ€tzlich auf 1.250 Euro begrenzt. „Ein weitergehender Abzug ist nur möglich, wenn das Arbeitszimmer den Mittelpunkt der gesamten betrieblichen oder beruflichen BetĂ€tigung bildet“, so Steuerberater Dill.

Der Raum muss wie ein BĂŒro eingerichtet sein und (nahezu) ausschließlich der Erzielung von Einnahmen dienen

In dem der Entscheidung des Großen Senats zugrunde liegenden Verfahren war streitig, ob Kosten fĂŒr einen Wohnraum, der zu 60% zur Erzielung von Einnahmen aus Vermietung und Verpachtung und zu 40% privat genutzt wird, anteilig als Werbungskosten abziehbar sind. Das widerspricht nach Auffassung des BFH dem herkömmlichen Begriff des „hĂ€uslichen Arbeitszimmers“. Der Begriff setze seit jeher voraus, dass der Raum wie ein BĂŒro eingerichtet ist und ausschließlich oder nahezu ausschließlich zur Erzielung von Einnahmen genutzt wird.

Eine Aufteilung sei demnach nicht möglich – zumal sich der Umfang der jeweiligen Nutzung innerhalb der Wohnung des Steuerpflichtigen nicht objektiv ĂŒberprĂŒfen lasse. Der BFH sieht insbesondere ein so genanntes Nutzungszeitenbuch nicht als geeignete Grundlage fĂŒr eine Aufteilung an. Schließlich hĂ€tten die darin enthaltenen Angaben „keinen ĂŒber eine bloße Behauptung des Steuerpflichtigen hinausgehenden Beweiswert“.

Ebenso mangele es an MaßstĂ€ben fĂŒr eine schĂ€tzungsweise Aufteilung der jeweiligen Nutzungszeiten. Eine sachgerechte Abgrenzung des betrieblichen/beruflichen Bereichs von der privaten LebensfĂŒhrung wĂ€re daher im Fall einer Aufteilung nicht gewĂ€hrleistet, so die Finanzrichter in ihrer UrteilsbegrĂŒndung weiter.

Foto: Juice Images/fotolia.de


Was können Sie tun?

Riskieren Sie keinen Ärger mit dem Finanzamt, nehmen Sie eine Steuerberatung in Anspruch!

Der Bundesfinanzhof hat in seinem Urteil neben oben genannten Punkten ebenfalls grundsĂ€tzlich geklĂ€rt, dass Aufwendungen fĂŒr eine so genannte „Arbeitsecke“ nicht abzugsfĂ€hig sind. Denn derartige RĂ€ume, so die Auffassung der Richter, dienten schon ihrer Art und ihrer Einrichtung nach erkennbar auch privaten Wohnzwecken.

Immerhin: Nach Ansicht der Finanzbehörden ist eine untergeordnete private Mitbenutzung des Arbeitszimmers von unter 10% zulÀssig.

Wir helfen Ihnen gern, Ärger mit dem Finanzamt bei der steuerlichen Geltendmachung Ihres Arbeitszimmer zu vermeiden:  kontakt/at/steuerberater-dill.de

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