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DILL-NEWSLETTER 5/2018: Gesunde Bewegung, geldwerter Vorteil

Das Dienstrad richtig (ver)steuern

Geldwerter Vorteil: Das Dienstrad richtig (ver)steuernFahrradfahren ist und h├Ąlt gesund. Entsprechend beliebt sind inzwischen Dienstr├Ąder, gerne mit elektrischem Zusatzantrieb. Doch Vorsicht ÔÇô sonst sorgt das Finanzamt f├╝r m├Ąchtig Gegenwind.

Genaue Zahlen liegen uns zwar nicht vor. ÔÇ×Aber zumindest wenn es nach dem Schriftverkehr aus den Finanzbeh├Ârden geht, scheint die ├ťberlassung eines (Elektro-)Fahrrads bei Arbeitnehmern enorm gut anzukommenÔÇť, wei├č Steuerberater Wolfgang Dill aus Limburg.

Geldwerter Vorteil bei der Nutzung eines Dienstrads

Dabei gilt es aber lohnsteuerlich einige Regeln zu beachten. Denn die Nutzungs├╝berlassung eines (Elektro-)Fahrrads durch den Arbeitgeber kann zu einem geldwerten Vorteil beim Arbeitnehmer f├╝hren. Und der muss versteuert werden. ÔÇ×Das w├Ąre nur dann nicht der Fall, wenn der Arbeitnehmer das Fahrrad ausschlie├člich f├╝r betriebliche Fahrten nutzen darf, also etwa f├╝r den Weg zwischen seiner Wohnung und der Arbeitsst├ĄtteÔÇť, schr├Ąnkt Steuerexperte Dill ein.

Eine Einschr├Ąnkung gibt es allerdings auch in diesem Fall: Hat das Fahrrad einen Elektroantrieb, der Geschwindigkeiten ├╝ber 25 km/h unterst├╝tzt, gilt es n├Ąmlich verkehrsrechtlich als Kraftfahrzeug. Dann m├╝sste der Arbeitnehmer auch die Nutzung des E-Bikes f├╝r Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsst├Ątte einen zus├Ątzlichen geldwerten Nutzungsvorteil (0,03-%-Vorteil) lohnversteuern. Wie das funktioniert und was hierbei sonst noch zu beachten ist, erkl├Ąren wir hier.

Eine solche Nutzungsbeschr├Ąnkung d├╝rfte aber wohl ohnehin nur selten der Fall sein. Vielmehr haben die meisten Arbeitnehmer sicherlich die Erlaubnis ihres Arbeitnehmers ihr Dienstrad auch f├╝r private Fahrten nutzen zu d├╝rfen. ÔÇ×Dann muss hierf├╝r ein Nutzungsvorteil nach der so genannten 1-%-Regelung lohnversteuert werdenÔÇť, sagt Steuerberater Dill.

Wie das funktioniert, zeigt unser Rechenbeispiel:

  • Arbeitgeber A stellt Arbeitnehmer B ein hochwertiges Dienstfahrrad (ohne Elektroantrieb) zur privaten Mitnutzung zur Verf├╝gung. Die unverbindliche Preisempfehlung des Herstellers liegt bei 1.000 Euro.
  • Der geldwerte Vorteil betr├Ągt f├╝r das ganze Jahr 120 Euro (1.200 Euro x 1 % x 12 Monate).
  • Legt man beim Arbeitnehmer einen Grenzsteuersatz von 42% zugrunde, w├╝rde diese Regelung bei ihm eine j├Ąhrliche Mehrsteuer von lediglich 50,40 Euro (zuz├╝glich Solidarit├Ątszuschlag) ausl├Âsen.

Sonderfall geleastes (Elekro-)Dienstrad

Ein spezieller, aber in der Praxis immer h├Ąufiger vorkommender Fall ist die ├ťberlassung eines geleasten (Elektro-)Fahrrads. Worauf Arbeitgeber und -nehmer hierbei lohnsteuerlich achten m├╝ssen, hat jetzt das Bundesfinanzministerium in einem Schreiben noch einmal ausf├╝hrlich erkl├Ąrt (BMF, Schreiben vom 17. November 2017, Gz. IV C 5 ÔÇô S-2334/12/10002-04).

Zun├Ąchst: Sowohl die verg├╝nstigte Nutzungs├╝berlassung des (Elektro-)Fahrrads durch den Arbeitgeber als auch die verg├╝nstigte ├ťbereignung des (Elektro-)Fahrrads durch einen Dritten am Ende des Leasingszeitraums f├╝hren zu einem geldwerten Vorteil beim Arbeitnehmer.

Lohnsteuerlich neutral ist eine Gehaltsumwandlung

Denn zu den Eink├╝nften aus nichtselbstst├Ąndiger Arbeit geh├Âren grunds├Ątzlich alle Einnahmen in Geld oder Geldeswert, die durch ein individuelles Dienstverh├Ąltnis veranlasst sind (nach ┬ž 19 Absatz 1 Satz 1 Nummer 1 in Verbindung mit ┬ž 8 Abs. 1 EStG). ÔÇ×Aus lohnsteuerlicher Sicht neutral w├Ąre es, wenn das Rad im Rahmen einer so genannten Gehaltsumwandlung (von Bar- in Sachlohn) ├╝berlassen w├╝rdeÔÇť, erkl├Ąrt Steuerberater Dill. Diese m├╝sste arbeitsvertraglich geregelt werden. Au├čerdem muss dann der Arbeitgeber als Leasingnehmer fungieren.

Entsprechend sind Vertr├Ąge mit Leasinggebern oft gleich aufgebaut. Es gibt in der Regel:

  1. einen Rahmenvertrag zwischen dem Arbeitgeber und einem Anbieter, der regelm├Ą├čig die gesamte Abwicklung betreut,
  2. Einzelleasingvertr├Ąge zwischen dem Arbeitgeber (Leasingnehmer) und einem Leasinggeber ├╝ber die (Elektro-)Fahrr├Ąder mit einer festen Laufzeit von zumeist 36 Monaten,
  3. einen Nutzungs├╝berlassungsvertrag zwischen dem Arbeitgeber und dem Arbeitnehmer hinsichtlich des einzelnen (Elektro-)Fahrrads f├╝r ebendiese Dauer, der auch eine private Nutzung zul├Ąsst,┬á sowie
  4. eine ├änderung des Arbeitsvertrags, in dem einvernehmlich das Gehalt des Arbeitnehmers befristet auf die Dauer der Nutzungs├╝berlassung k├╝nftig um einen festgelegten Betrag (in der Regel in H├Âhe der Leasingrate des Arbeitgebers) herabgesetzt wird (Gehaltsumwandlung).

├ťbrigens: ÔÇ×Stellt ein Arbeitgeber seinen Arbeitnehmern ein Dienstfahrrad zur Verf├╝gung, kann er s├Ąmtliche mit dem Fahrrad zusammenh├Ąngenden Kosten als Betriebsausgaben abziehenÔÇť, so der Limburger Steuerexperte.

 

Foto: Sergey Nivens/fotolia.de


Was k├Ânnen Sie tun?

Vergessen Sie auch beim Fahrten mit dem Fahrrad nicht die Entfernungspauschale!

Nat├╝rlich k├Ânnen Arbeitnehmer f├╝r ihren Weg zur Arbeit selbst dann die Entfernungspauschale von 0,30 Euro je Entfernungskilometer abziehen, wenn sie die Wegstrecke mit dem (Dienst-)Fahrrad zur├╝cklegen (verkehrsmittelunabh├Ąngige Pauschale). Worauf Sie beim Thema Dienstrad und Entfernungspauschale noch achten m├╝ssen, erkl├Ąren wir Ihnen gerne innerhalb einer pers├Ânlichen Beratung: kontakt/at/steuerberater-dill.de

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