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DILL-NEWSLETTER 7/2018: Genau auf die Formulierung im Arbeitsvertrag achten

Eine Zusatzversicherung als steuerfreier Sachlohn?

Eine Zusatzversicherung als steuerfreier Sachlohn?Kann ein Arbeitgeber seinen Arbeitnehmern eine zus├Ątzliche Krankenversicherung als steuerfreien Sachlohn zukommen lassen? Mit dieser Frage besch├Ąftigte sich nun der Bundesfinanzhof. Und kam dabei zu dem Schluss: Kommt ganz drauf an.

ÔÇ×Arbeitgeber k├Ânnen ihren Arbeitnehmern prinzipiell auch einen zus├Ątzlichen Krankenversicherungsschutz als steuerfreien Sachlohn zukommen lassenÔÇť, erkl├Ąrt Steuerberater Wolfgang Dill aus Limburg. Im Grundsatz best├Ątigte das nun auch noch einmal der Bundesfinanzhof. Der befasste sich in gleich zwei F├Ąllen mit der zus├Ątzliche Krankenversicherung als steuerfreien Sachlohn. Und kam dabei zu zwei unterschiedlichen Ergebnissen ÔÇô weshalb die F├Ąlle auch einige Fallstricke rund um das Thema gut beleuchten.

Freigrenze f├╝r Sachlohn liegt bei 44 Euro

Zun├Ąchst zum Hintergrund: ÔÇ×Die Frage, ob Bar- oder Sachlohn vorliegt, ist f├╝r die im Einkommensteuergesetz festgelegte Freigrenze erheblichÔÇť, erl├Ąutert Steuerberater Dill. Genauer gesagt geht es um den ┬ž 8 Abs. 2 Satz 11 EStG, wonach die monatliche Freigrenze f├╝r Sachlohn bei 44 Euro liegt.

ÔÇ×F├╝r die Abgrenzung von Bar- und Sachlohn ist der Rechtsgrund des Zuflusses entscheidendÔÇť, hei├čt es in der Urteilsbegr├╝ndung zum ersten Fall etwas sperrig (BFH, Urteil vom 7. Juni 2018, Az. VI R 13/16). Das bedeutet konkret: ÔÇ×Hat der betroffene Arbeitnehmer auf der Grundlage seines Arbeitsvertrags lediglich Anspruch auf die Krankenversicherung selbst, nicht aber auf die Geldzahlung daf├╝r, liegt ein Sachbezug vorÔÇť, f├╝hrt der Limburger Steuerexperte aus. Es kam daher auch nicht darauf an, ob der Arbeitnehmer selbst Vertragspartner des Dritten geworden ist oder der Arbeitgeber die Sachleistung beim Dritten bezieht.

Wenn der Arbeitgeber lediglich den Kontakt herstellt

Anders lag der Sachverhalt im zweiten verhandelten Fall. Hier hatte der Arbeitgeber seine Arbeitnehmer in einem ÔÇ×MitarbeiteraushangÔÇť dar├╝ber informiert, ihnen zuk├╝nftig eine Zusatzkrankenversicherung ├╝ber eine private Krankenversicherungsgesellschaft anbieten zu k├Ânnen. Mitarbeiter nahmen das Angebot an und schlossen unmittelbar mit der Versicherungsgesellschaft private Zusatzkrankenversicherungsvertr├Ąge ab. Die Versicherungsbeitr├Ąge wurden von den Mitarbeitern direkt an die Versicherungsgesellschaft ├╝berwiesen. Hierf├╝r erhielten sie monatliche Zusch├╝sse des Arbeitgebers auf ihr Gehaltskonto ausgezahlt.

Diese Zusch├╝sse blieben zwar regelm├Ą├čig unter der Freigrenze von 44 Euro. Nach dem Urteil des BFH handelte es sich aber dennoch um Barlohn (BFH, Urteil vom 4. Juli 2018, Az. VI R 16/17 ). Denn ein Sachbezug liege eben nur vor, wenn auch ein arbeitsrechtliches Versprechen erf├╝llt wird, das auf Gew├Ąhrung von Sachlohn gerichtet ist. ÔÇ×In diesem Fall hatte der Arbeitgeber seinen Arbeitnehmern jedoch letztlich nur den Kontakt zu dem Versicherungsunternehmen vermittelt und bei Vertragsschluss einen Geldzuschuss versprochenÔÇť, so Steuerberater Dill. Damit hatte sie ihren Arbeitnehmern ÔÇô anders als im ersten Fall ÔÇô keinen Versicherungsschutz zugesagt.

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Foto: Marco2811/fotolia.de


Was k├Ânnen Sie tun?

Achten Sie genau auf die Formulierung im Arbeitsvertrag!

Die unterschiedliche Betrachtungsweise des Bundesfinanzhofs verdeutlicht die f├╝r die Arbeitgeber bestehende Gestaltungsfreiheit. Entscheidet sich der Arbeitgeber daf├╝r, seinen Arbeitnehmern unmittelbar Versicherungsschutz zu gew├Ąhren, liegt zwar einerseits beg├╝nstigter Sachlohn vor (wie im ersten Fall). Andererseits ist das Potential f├╝r weitere Sachbez├╝ge angesichts der monatlichen Freigrenze von h├Âchstens 44 Euro aber erheblich eingeschr├Ąnkt. Denn jegliche ├ťberschreitung der Freigrenze f├╝hrt zum vollst├Ąndigen Entfallen der Steuerfreiheit. Diesem Risiko kann der Arbeitgeber dadurch begegnen, dass er seinen Arbeitnehmern lediglich einen (von vornherein steuerpflichtigen) Zuschuss unter der Bedingung zahlt, dass diese eine eigene private Zusatzkrankenversicherung abschlie├čen (wie im zweiten Fall).

Soll der Zuschuss aber steuerfrei bleiben, kommt es daher ganz genau auf die Formulierung im Arbeitsvertrag an. Wir beraten Sie gerne zu den verschiedenen M├Âglichkeiten und der dazu jeweils passenden Formulierung im Arbeitsvertrag: kontakt/at/steuerberater-dill.de

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