0 Flares 0 Flares ×

DILL-NEWSLETTER 2/2019: Klimaschonend zur Arbeit

Neue Steuervorteile fĂŒr umweltfreundliche MobilitĂ€t

Steuervorteile fĂŒr umweltfreundliche MobilitĂ€tSchon heute nutzen viele Arbeitnehmer fĂŒr die Fahrt zu ihrer Arbeitsstelle Bus, Bahn oder Fahrrad. Der Gesetzgeber will die Nutzung dieser umweltfreundlichen Verkehrsmittel nun noch attraktiver gestalten. Dazu werden rund um die MobilitĂ€t einige Steuerschrauben gelockert – unter anderem auch fĂŒr Elektro-Autos.

„Die neuen Regeln sind auch eine gute Nachricht fĂŒr alle Arbeitgeber, die ihren Mitarbeitern gerne attraktive Incentives geben möchten“, freut sich Steuerberater Wolfgang Dill aus Limburg. So werden ab sofort (d.h. ab dem Veranlagungszeitraum 2019) gewĂ€hrte Arbeitgeberleistungen fĂŒr die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel zwischen Wohnung und erster TĂ€tigkeitsstĂ€tte des Arbeitnehmers von der Steuer befreit. „Das gilt fĂŒr BarzuschĂŒsse genauso wie fĂŒr SachbezĂŒge“, erlĂ€utert Steuerberater Dill. Die Steuerbefreiung umfasst zudem private Fahrten im öffentlichen Personennahverkehr.

Umwelt- und Verkehrsbelastungen sollen gesenkt werden

Eine solche Steuerbefreiung gab es bis zum Jahr 2004 schon einmal; sie fiel aber damals finanzpolitischen Sparmaßnahmen zum Opfer. „Inzwischen haben sich staatliche Kassenlage und Zeitgeist – Stichwort Klimawandel – wieder geĂ€ndert“, weiß der Limburger Steuerexperte. Die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel soll daher attraktiver werden, auch um die Umwelt- und Verkehrsbelastungen zu senken.

Zwar konnten Arbeitgeber auch bisher schon ihren Mitarbeitern den Weg zur Arbeit steuerlich attraktiver gestalten. „Das war aber nicht ganz unkompliziert“, erinnert sich Wolfgang Dill. „Die Neuregelung verspricht hingegen weniger bĂŒrokratische Lasten.“ So hat sie fĂŒr Arbeitgeber den Vorteil, dass sie das Job-Ticket nicht mehr in die monatliche 44-Euro-Freigrenze einbeziehen mĂŒssen (was bislang schnell zum Problem werden konnte). Auch eine etwaige pauschale Besteuerung ist dann ĂŒberflĂŒssig.

Worauf Arbeitgeber achten mĂŒssen

Ein paar Dinge sind dennoch zu beachten: Arbeitgeber mĂŒssen insbesondere einen Zuschuss bzw. den gewĂ€hrten Sachbezug grundsĂ€tzlich getrennt im Lohnkonto aufzeichnen (§ 4 Abs. 2 Nr. 4 LStDV). Er ist ferner auf der Lohnsteuerbescheinigung gesondert auszuweisen (§ 41b Abs. 1 Satz 2 Nr. 6 EStG). Außerdem kann sowohl fĂŒr den Kauf von Job-Tickets als auch fĂŒr den Ersatz einer Fahrkarte kein Vorsteuerabzug in Anspruch genommen werden.

Arbeitnehmer mĂŒssen wissen: „Die steuerfreien Leistungen werden im Rahmen ihrer EinkommensteuererklĂ€rung auf ihre Entfernungspauschale angerechnet“, erklĂ€rt Steuerberater Dill. „Dadurch mindert sich ihr Werbungskostenabzug entsprechend.“ Aber auch bisher schon minderten sowohl pauschal besteuerte als auch steuerfreie BezĂŒge, in denen die 44-Euro-Grenze greift, den Werbungskostenabzug fĂŒr den Weg von und zur Arbeit.

Steuerfreiheit fĂŒrs Dienstfahrrad

Der neue Steuervorteil fĂŒr das Jobticket ist aber lĂ€ngst nicht die einzige Maßnahme, um die Nutzung umweltfreundlicher Verkehrsmittel zu fördern. Im Einkommensteuergesetz (EStG) wurde außerdem die Steuerfreiheit der Nutzung von betrieblichen FahrrĂ€dern und E-Bikes aufgenommen (siehe auch Newsletter 1/2019). Der vom Arbeitgeber zusĂ€tzlich (zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn) gewĂ€hrte geldwerte Vorteil aus der Nutzung von DienstfahrrĂ€dern ist ab 2019 bis 2021 steuerfrei. „Entsprechendes gilt fĂŒr die Nutzung eines dienstlichen Elektrofahrrads – aber nur, wenn es verkehrsrechtlich nicht als Kraftfahrzeug einzuordnen ist“, so Steuerberater Dill. Noch ein Vorteil: Das Finanzamt rechnet den geldwerten Vorteil nicht auf die Entfernungspauschale an.

Neuer Vorteil auch fĂŒr SelbstĂ€ndige

Vorsicht: „Eine Gehaltsumwandlung ist nicht möglich“, warnt der Limburger Steuerexperte. Und: Ist das Elektrofahrrad verkehrsrechtlich als Kfz einzuordnen (falls es schneller als 25 km/h fĂ€hrt), muss der Privatnutzungsvorteil nach den ĂŒblichen Regeln der Dienstwagenbesteuerung ermittelt werden (also nach der 1-%-Methode oder der Fahrtenbuchmethode).

SelbstĂ€ndige können ĂŒbrigens ebenfalls von einer neuen Regel profitieren: „Sie mĂŒssen die private Nutzung eines betrieblichen Fahrrads nicht als Entnahme erfassen“, so Steuerberater Dill.

Elektrodienstfahrzeuge mĂŒssen nur zur HĂ€lfte versteuert werden

Und auch die Förderung von Elektrodienstfahrzeugen ist noch einmal deutlich attraktiver geworden. Bei der Versteuerung des geldwerten Vorteils aus der privaten Nutzung vom Arbeitgeber ĂŒberlassener Elektrofahrzeuge oder Hybridelektrofahrzeuge im Sinne von § 3 des ElektromobilitĂ€tsgesetzes wird die Bemessungsgrundlage halbiert. Konkret heißt das: „Der Arbeitnehmer muss also nur den halben geldwerten Vorteil versteuern, genauer gesagt monatlich 0,5% des Kfz-Bruttolistenpreises anstatt 1%“, erklĂ€rt Wolfgang Dill. Aber: Diese ErmĂ€ĂŸigung gilt nur fĂŒr Dienstwagen, die zwischen dem 1. Januar 2019 und dem 31. Dezember 2021 angeschafft werden.

Wer seinen Nutzungsvorteil nach der Fahrtenbuchmethode ermittelt, muss bei der Berechnung der Kfz-Gesamtkosten nur die hÀlftigen Anschaffungskosten von (Hybrid-)Elektrofahrzeugen einbezogen werden. Der Privatnutzungsvorteil fÀllt hier also ebenfalls niedriger aus.

 

Foto: elektronik-zeit/AdobeStock


Was können Sie tun?

Umweltfreundlich handeln, Steuervorteile nutzen!

Umweltfreundliche MobilitĂ€t wird immer wichtiger. Das erkennt natĂŒrlich auch der Gesetzgeber und setzt neue steuerliche Anreize. Damit verbunden sind aber bestimmte Regeln. Wir beraten Sie gerne zu ihren Möglichkeiten: kontakt/at/steuerberater-dill.de

ZurĂŒck zur Newsletter-Übersicht

zurĂŒck zur Startseite: Steuerberater Dill in Limburg

0 Flares Facebook 0 Google+ 0 0 Flares ×