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DILL-NEWSLETTER 3/2019: Bundesregierung bringt Reformpaket auf den Weg

Grundsteuer: Was genau geplant ist

Grundsteuer: Was genau geplant istDie Bundesregierung hat jetzt die Grundsteuerreform auf den Weg gebracht. Wichtiges Ziel dabei: Die Steuerbelastung soll insgesamt nicht steigen.

ÔÇ×Die neue Grundsteuer orientiert sich weiterhin am Wert einer ImmobilieÔÇť, sagt Steuerberater Wolfgang Dill aus Limburg. Das entspricht auch dem erkl├Ąrten Wille des Bundesfinanzministeriums. So macht es auch k├╝nftig einen Unterschied, ob ein Haus oder eine Wohnung in einem begehrten Innenstadtviertel oder in einer weniger gefragten Randlage einer Metropole steht, ob es sich in einer l├Ąndlichen Gemeinde oder in der Stadt befindet, ob ein Gewerbebetrieb in einer strukturschwachen Region angesiedelt ist oder in einer Gro├čstadt.

Konkret sieht die Reform der Grundsteuer k├╝nftig drei Schritte zur Berechnung vor:
Wert x Steuermesszahl x Hebesatz

1. Schritt

Berechnung des Grundbesitzwertes: Wesentliche Faktoren dabei sind der jeweilige Wert des Bodens (Bodenrichtwert) und die H├Âhe der statistisch ermittelten Nettokaltmiete. Weitere Faktoren sind die Grundst├╝cksfl├Ąche, die Immobilienart und das Alter des Geb├Ąudes.

2. Schritt

Ausgleich der Wertsteigerungen, die bis heute im Vergleich von den aktuellen zu den seit 1935 bzw. 1964 nicht mehr aktualisierten Werten entstanden sind. Dazu wird die Steuermesszahl von 0,35% auf 0,034% gesenkt. Au├čerdem sollen der soziale Wohnungsbau sowie kommunales und genossenschaftliches Wohnen beg├╝nstigt werden. Deshalb sieht der Gesetzentwurf f├╝r Gesellschaften, die g├╝nstiges Wohnen m├Âglich machen, einen zus├Ątzlichen Abschlag bei der Steuermesszahl um 25 Prozent vor, der sich steuermindernd auswirkt.

3. Schritt

Anpassen der Hebes├Ątze durch die Kommunen: Sollte sich in einzelnen Kommunen das Steueraufkommen wegen der Neubewertung dennoch ver├Ąndern, haben sie die M├Âglichkeit, ihre Hebes├Ątze anzupassen. So k├Ânnen sie daf├╝r sorgen, dass sie insgesamt nicht mehr Grundsteuer einnehmen als vor der Reform.

Was bei Gesch├Ąftsgrundst├╝cken & Co. gelten soll

Bei Gesch├Ąftsgrundst├╝cken soll weiterhin das so genannte vereinfachte Sachwertverfahren angewandt werden. Dieses stellt auf die gew├Âhnlichen Herstellungskosten und den Bodenrichtwert ab. Bei der Bewertung eines Betriebs der Land- und Forstwirtschaft (Grundsteuer A) soll es beim Ertragswertverfahren bleiben, das jedoch vereinfacht und typisiert wird.

F├╝r die Ermittlung der Grundsteuer soll es eine Grundsteuererkl├Ąrung geben. Wichtig dabei sind folgende Parameter:

  • Grundst├╝cksfl├Ąche
  • Bodenrichtwert
  • Immobilienart
  • Alter des Geb├Ąudes
  • Mietniveaustufe

Gemeinden sollen neue Grundsteuer C erheben d├╝rfen

Zudem m├Âchte die Bundesrergierung Spekulationsgesch├Ąfte mit Grundst├╝cken erschweren. Dazu will sie den Gemeinden die M├Âglichkeit einr├Ąumen, k├╝nftig f├╝r baureife, aber unbebaute Grundst├╝cke einen h├Âheren Hebesatz bei der Grundsteuer ansetzen zu d├╝rfen ÔÇô zumindest dann, wenn keine Bebauung erfolgt. ÔÇ×Damit sollen Anreize f├╝r die Schaffung von Wohnraum geboten werdenÔÇť, erkl├Ąrt Wolfgang Dill.

Das Reformpaket geht nun zun├Ąchst in den parlamentarischen Prozess. ÔÇ×Bis zum 31. Dezember 2019 muss es aber im Bundesgesetzblatt verk├╝ndet sein, um die vom Bundesverfassungsgericht vorgegebene Frist einzuhaltenÔÇť, so der Limburger Steuerberater. Gezahlt werden m├╝sste die neue Grundsteuer erstmals zum 1. Januar 2025. Bis die jeweilige konkrete H├Âhe der Steuer feststeht, d├╝rften nach Aussage des Bundesfinanzministeriums vermutlich aber noch einige Jahre vergehen.

Die Ausgangslage bei der Grundsteuer

Die Grundsteuer kommt ausschlie├člich den Kommunen zugute und ist mit rund 14 Milliarden Euro eine ihrer wichtigsten Einnahmequellen. Das Bundesverfassungsgericht hielt die bisherige Art der Wertermittlung f├╝r die Grundsteuer f├╝r nicht mit dem Grundgesetz vereinbar. Hauptkritikpunkt war, dass die zugrunde gelegten Werte die tats├Ąchlichen Wertentwicklungen nicht mehr in ausreichendem Ma├č widerspiegeln.

Link: Das Urteil des Bundesverfassungsgerichts zur Grundsteuer im Volltext.

Foto: Romolo Tavani/AdobeStock


Was k├Ânnen Sie tun?

Pr├╝fen Sie, welche Auswirkungen die Grundsteuerreform f├╝r Sie hat!

Ob Sie nun Eigent├╝mer einer selbst genutzten Wohnimmobilie, eines vermieteten Mehrfamilienhauses oder eines landwirtschaftlichen Grundst├╝cks sind ÔÇô die Grundsteuerreform wird auch auf Ihre Steuererkl├Ąrung Auswirkungen haben. Wir kl├Ąren Sie im Zweifelsfall gerne auf, welche das sind: kontakt/at/steuerberater-dill.de

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