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DILL-NEWSLETTER 4/2019: Klimaschutzpaket 2030: Sanierer und Pendler mit Steuervorteilen

Neue Anreize fĂŒr CO2-Sparer

Grundsteuer: Was genau geplant istDie Bundesregierung will den Ausstoß von Treibhausgasen in Deutschland enorm reduzieren. Dazu möchte sie unter anderem privaten EigentĂŒmern die energetische Sanierung ihres Eigenheims schmackhaft machen. Deshalb fĂŒhrt sie eine neue steuerliche Förderung ein. Und auch fĂŒr Pendler gibt es Neuerungen.

Steuervorteile fĂŒr die Sanierung des Eigenheims

„Ab Januar 2020 sollen EigentĂŒmer die Kosten der energetischen Sanierung ihrer selbst genutzten Immobilie von der Steuer absetzen können“, sagt Steuerberater Wolfgang Dill aus Limburg. Der dazugehörige Gesetzesentwurf sieht vor, dass Einzelmaßnahmen zur Verbesserung der Energieeffizienz und zum Heizen mit erneuerbaren Energien steuerlich gefördert werden. Dies sind beispielsweise

  • ein Heizungstausch,
  • der Einbau neuer Fenster oder
  • die DĂ€mmung von DĂ€chern und AußenwĂ€nden.

Verbesserung der Energieeffizienz

„Die Kosten solcher Maßnahmen sollen kĂŒnftig mit bis zu 20 Prozent ĂŒber einen Zeitraum von drei Jahren steuerlich in Abzug gebracht werden können“, berichtet Steuerexperte Dill. Die progressionsunabhĂ€ngige Ausgestaltung soll gewĂ€hrleisten, dass GebĂ€udebesitzer aller Einkommensklassen von der steuerlichen Förderung profitieren. „Voraussetzung soll lediglich sein, dass es sich bei dem geförderten GebĂ€ude um selbst genutztes Wohneigentum handelt“, so der Steuerberater.

FörderfĂ€hig sind demnach (neben den oben genannten) Einzelmaßnahmen, die auch in bestehenden Programmen der GebĂ€udeförderung als förderungswĂŒrdig eingestuft sind. „Der Steuerabzug in Höhe von 20 Prozent gilt bis insgesamt maximal 40.000 Euro je Objekt“, sagt Wolfgang Dill. Im Umkehrschluss heißt das: Es werden Aufwendungen in Höhe von bis zu 200.000 Euro berĂŒcksichtigt. Die Förderung wird ĂŒber drei Jahre verteilt durch Abzug von der Steuerschuld gewĂ€hrt – im ersten und zweiten Jahr maximal je 7% (höchstens je 14.000 Euro) sowie im dritten Jahr maximal 6% (höchstens 12.000 Euro).

Wahlrecht: ZuschĂŒsse statt Steuerabzug

Der Steuerabzug ist aber nicht die einzige Spar-Möglichkeit fĂŒr Sanierungswillige. Vielmehr haben sie zukĂŒnftig die Wahl: „Entweder schreiben sie Einzelmaßnahmen wie zuvor geschildert steuerlich ab – oder sie beantragen InvestitionszuschĂŒsse ĂŒber die etablierten Programme wie das CO2-GebĂ€udesanierungsprogramm, das Marktanreizprogramm fĂŒr WĂ€rme aus erneuerbaren Energien oder das Heizungsoptimierungsprogramm“, erlĂ€utert Fachmann Dill. In diesen Programmen sieht das beschlossene Klimaschutzprogramm 2030 weitere Vorteile fĂŒr Sanierungswillige vor. So sollen die Investitions- und TilgungszuschĂŒsse fĂŒr Einzelmaßnahmen und Komplettsanierungen auf Effizienzhaus-Niveau zukĂŒnftig um zehn Prozentpunkte steigen.

Das Gesetz soll bereits fĂŒr das Steuerjahr 2020 wirksam werden. Die Ausgaben fĂŒr Sanierungsmaßnahmen könnten also erstmalig mit der SteuererklĂ€rung im Jahr 2021 geltend gemacht werden.

Fernpendler erhalten höhere Pauschale

Ein HerzstĂŒck des Klimaschutzprogramms ist die neue CO2-Bepreisung Verkehr und WĂ€rme ab 2021. So wie es im Rahmen des europĂ€ischen Emissionshandels bereits fĂŒr die Energiewirtschaft und die energieintensive Industrie gilt, wird CO2 nun auch in den Bereichen Verkehr und GebĂ€ude einen Preis bekommen. Klar ist: Das wird auch Auswirkungen auf die Spritpreise haben.

Das Problem: „Pendler, die einen langen Arbeitsweg zurĂŒcklegen mĂŒssen, können besonders in lĂ€ndlichen RĂ€umen oftmals nicht auf ein ausgebautes ÖPNV-Angebot zurĂŒckgreifen“, weiß der Limburger Steuerberater. Ebenso wenig stehen aktuell weder eine ausreichende Infrastruktur mit Ladestationen noch Fahrzeuge mit entsprechender Reichweite zur VerfĂŒgung, um kurzfristig auf ElektromobilitĂ€t umzusteigen – was sich auch in den kommenden Jahren so schnell nicht Ă€ndern dĂŒrfte.

Ausgleich fĂŒr die höhere Spritpreise

„Um die aus dem Klimapaket resultierende Erhöhung der Kraftstoffpreise fĂŒr Fernpendler auszugleichen, soll daher die Entfernungspauschale angepasst werden“, so Dill. Berufspendler erhalten ab 2021 eine höhere Pauschale – abhĂ€ngig von der Entfernung, die sie zur Arbeit zurĂŒcklegen. Sie bekommen dann ab dem 21. Kilometer 35 Cent. Das bedeutet: „Wer mehr Energie benötigt, weil er lĂ€ngere Wege hat, wird ĂŒber die Lohnsteuer auch stĂ€rker entlastet“, erklĂ€rt der Steuerberater. Allerdings lĂ€uft diese Regelung am 31. Dezember 2026 aus.

Die befristete Anhebung wird entsprechend auf Familienheimfahrten (im Rahmen der doppelten HaushaltsfĂŒhrung) ĂŒbertragen. FĂŒr die ersten 20 Kilometer der Fahrtstrecke zwischen Wohnung und erster TĂ€tigkeitsstĂ€tte bleibt die Pauschale unverĂ€ndert. ErhĂ€lt ein Arbeitnehmer von seinem Arbeitgeber ZuschĂŒsse fĂŒr die Pkw-Nutzung, können diese bis zur Höhe der Entfernungspauschale mit 15 Prozent Pauschalsteuer belegt werden. Alternativ bleibt die GewĂ€hrung eines steuerfreien Jobtickets möglich.

MobilitĂ€tsprĂ€mie fĂŒr Geringverdiener

Nun gibt es aber auch Pendler, die keine Steuer zahlen – schlicht, weil ihr Einkommen zu gering ist. Sie könnten sich also die höheren Fahrtkosten nicht ĂŒber die Entfernungspauschale zurĂŒckholen. FĂŒr sie soll es kĂŒnftig die Möglichkeit geben, eine so genannte  MobilitĂ€tsprĂ€mie zu beantragen. Im Ergebnis gibt es in deren Rahmen zwischen 1,9 und 4,9 Cent je Entfernungskilometer und Tag, aber auch das nur vom 21. Kilometer an.

Und immerhin etwas gĂŒnstiger wird das Reisen mit der Bahn: Der Umsatzsteuersatz fĂŒr Bahnfahrten soll nĂ€mlich von 19% auf 7% gesenkt werden.

Externer Link

Das Klimaschutzprogramm 2030 im Überblick


Foto: Marco2811/AdobeStock


Was können Sie tun?

KĂŒhlen Kopf behalten und klug vorausplanen!

Die neuen steuerlichen Abschreibungsmöglichkeiten und die InvestitionszuschĂŒsse fĂŒr Sanierer sind nur fĂŒr GebĂ€ude vorgesehen, die zu eigenen Wohnzwecken genutzt werden. Welche der beiden Alternativen besser fĂŒr den jeweiligen EigentĂŒmer geeignet ist, hĂ€ngt natĂŒrlich ein StĂŒck weit von den persönlichen EinkommensverhĂ€ltnissen ab. Wir helfen Ihnen bei der Auswahl der fĂŒr Sie finanziell vorteilhaftesten Alternative: kontakt/at/steuerberater-dill.de

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