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DILL-NEWSLETTER 4/2019: Elektrofahrrad & Co: Welche Bemessungsgrundlage bei der privaten Nutzung gilt

Neuer Steuervorteil fĂŒr den Arbeitsweg auf zwei RĂ€dern

Grundsteuer: Was genau geplant istImmer öfter ĂŒberlassen Arbeitgeber ihren Arbeitnehmern ein (elektrisches) Dienstfahrrad oder auch einen E-Scooter fĂŒr den Arbeitsweg. Und natĂŒrlich dĂŒrfen die Arbeitnehmer das GefĂ€hrt meist privat nutzen. Dabei sind aber einige lohnsteuerlichen Spielregeln zu beachten.

MobilitĂ€t auf zwei RĂ€dern steht inzwischen bei vielen Arbeitnehmern hoch im Kurs. „Aus steuerlicher Sicht gibt es allerdings einen Unterschied zwischen einem normalen Rad, einem Elektrofahrrad und einem Elektroroller“, erklĂ€rt Steuerberater Wolfgang Dill aus Limburg. Allen gemein ist jedoch, dass sie aktuell steuerlich besonders gefördert werden. Schließlich will der Staat die umweltfreundliche MobilitĂ€t fördern.

Das gilt bei einem ganz „normalen“ Fahrrad

„Wer ein klassisches Hollandrad, Mountainbike oder Rennrad als Dienstfahrrad fĂ€hrt, darf sich besonders freuen“, sagt Steuerexperte Dill. Denn die NutzungsĂŒberlassung ist derzeit steuerfrei, unabhĂ€ngig davon, ob der Arbeitnehmer dienstlich oder privat unterwegs ist.

Dabei gilt es allerdings zwei Punkte zu beachten:

  • Die Neuregelung gilt fĂŒr FahrrĂ€der, die ab dem 1. Januar 2019 angeschafft wurden.
  • Aktuell gilt die Regelung nur bis Ende 2021 (wobei eine Aufhebung dieser Grenze im GesprĂ€ch ist).

Das gilt beim Elektrofahrrad bzw. Pedelec

Beim Fahrrad mit  Elektro-UnterstĂŒtzung heißt es auf die mögliche Geschwindigkeit zu achten: „Erreicht das Fahrrad mit der UnterstĂŒtzung höchstens 25 km/h, gelten die gleichen Regeln wie fĂŒr normale FahrrĂ€der“, so Steuerberater Dill. Das betrifft in der Regel so genannte Pedelecs, bei denen der Fahrer stets auch selbst in die Pedale treten muss.

Wichtig: Ob nun „normales“ Fahrrad oder Elektrofahrrad bzw. Pedelec – steuerfrei bleiben sie nur, wenn der Arbeitgeber sie zusĂ€tzlich zum Gehalt ĂŒberlĂ€sst. „ErhĂ€lt der Arbeitnehmer das Rad per Gehaltsumwandlung, muss er den geldwerten Vorteil fĂŒr die Privatnutzung versteuern“, mahnt Wolfgang Dill. Allerdings gibt es auch hier einen kleinen Steuervorteil: FĂŒr die private Nutzung muss nĂ€mlich 1% des halben, auf volle 100 Euro abgerundeten Bruttolistenpreises pro Monat versteuert werden.

Das gilt beim E-Bike

Erreicht das Elektrofahrrad mit seinem Motor Geschwindigkeiten von ĂŒber 25 km/h, gilt es verkehrsrechtlich als Kraftfahrzeug. Dementsprechend greifen hier dann auch andere steuerliche Regeln, nĂ€mlich die fĂŒr Elektrofahrzeuge. Die private Nutzung hier mĂŒssen Arbeitnehmer also ebenfalls mit monatlich 1% des halben Listenpreises (auf volle 100 Euro abgerundet) als geldwerten Vorteil versteuern. „Wie bei Pedelecs auch, erfolgt aber immerhin keine zusĂ€tzliche Versteuerung fĂŒr die Fahrten zur ersten TĂ€tigkeitsstĂ€tte“, sagt Steuerberater Dill.

Das gilt beim E-Scooter bzw. Elektroroller

Ein noch recht neues, aber gerade im Straßenbild von GroßstĂ€dten inzwischen schon gewohntes GefĂ€hrt sind Elektroller. Elektrische Tretroller, E-Scooter und auch Segways gelten als Kraftfahrzeuge im Sinne des § 1 Abs. 2 StVG. „FĂŒr sie gelten daher die gleichen steuerlichen Maßgaben wie fĂŒr die Überlassung von Elektro-Pkw“, so der Limburger Steuerexperte.

Das heißt: Ihre private Nutzung muss als geldwerter Vorteil versteuert werden, und zwar

  • mit monatlich 1 Prozent des halben auf volle 100 Euro abgerundeten Bruttolistenpreises und
  • zusĂ€tzlich fĂŒr die Fahrten zur ersten TĂ€tigkeitsstĂ€tte (0,03% des Listenpreises pro Kilometer).

So wird gerechnet:

Beispiel: Der Elektroroller kostet laut Listenpreis 1.500 Euro, der Weg zur Arbeit betrÀgt 10 Kilometer.

Die HÀlfte des Listenpreises betrÀgt 750 Euro, abgerundet also 700 Euro.
1% davon sind 7 Euro.
0,03% von 700 Euro sind 0,21 Euro x 10 (Kilometer Arbeitsweg) = 2,10 Euro

Der geldwerte Vorteil betrÀgt also (7 Euro + 2,10 Euro =) 9,10 Euro monatlich.

Insgesamt gilt es noch zwei wichtige Dinge zu beachten:

  1. Auf den geldwerten Vorteil ist die 44-Euro-Freigrenze fĂŒr SachbezĂŒge nicht anzuwenden, da die Bewertung nach der Bruttolistenpreis-Regelung erfolgt.
  2. Arbeitnehmer können in ihrer SteuererklĂ€rung aber stets die Entfernungspauschale mit 0,30 Euro fĂŒr jeden Entfernungskilometer ansetzen.


Foto: Halfpoint/AdobeStock


Was können Sie tun?

Tun Sie Ihren Arbeitnehmern und der Umwelt etwas Gutes!

Wer als Arbeitgeber seinen Arbeitnehmern ein (Elektro-)Dienstfahrrad auch zur privaten Nutzung ĂŒberlĂ€sst, schafft dadurch natĂŒrlich einen attraktiven Incentive. Möglich ist neben dem Kauf ĂŒbrigens auch das Leasing. Wir zeigen Ihnen gerne, worauf Sie hierbei steuerlich achten mĂŒssen: kontakt/at/steuerberater-dill.de

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