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DILL-NEWSLETTER 3/2018: Fallstricke bei der Betriebsveranstaltung

So macht das Finanzamt bei der Firmenfeier keinen Stress

Firmenfeier: Fallstricke bei der Betriebsveranstaltung

Wer viel arbeitet, darf auch mal feiern. Allerdings muss der Arbeitgeber als Gastgeber dann gut rechnen können. Sonst könnten er und seine GĂ€ste (also die bewirteten Arbeitnehmer) nĂ€mlich Ärger mit dem Finanzamt bekommen.

Eine Betriebsveranstaltung – wie zum Beispiel ein FirmenjubilĂ€um, eine Weihnachtsfeier oder ein Betriebsausflug – soll natĂŒrlich in erster Linie fĂŒr gute Stimmung sorgen. Doch damit spĂ€ter beim Finanzamt keine Katerstimmung aufkommt, ist Vorsicht vonnöten. Das weiß Steuerberater Wolfgang Dill aus Limburg: „Übersteigen die Kosten pro Teilnehmer einen bestimmten Betrag, wird Lohnsteuer fĂ€llig“, mahnt der Steuerexperte.

Pro Betriebsveranstaltung ein Freibetrag in Höhe von 110 Euro

Der Freibetrag liegt seit 2015 bei 110 Euro pro Betriebsveranstaltung und teilnehmendem Arbeitnehmer. Bis zu diesem Betrag bleiben die Zuwendungen, die ein Arbeitnehmer wĂ€hrend einer solchen Veranstaltung erhĂ€lt, von der Lohnsteuer und von SozialversicherungsbeitrĂ€gen befreit. Steuerberater Dill erklĂ€rt die Details: „Solche Zuwendungen können etwa Speisen und GetrĂ€nke sein. Dazu zĂ€hlen aber zum Beispiel genau so die Ausgaben fĂŒr die RĂ€umlichkeiten oder den Musik-DJ.“ Liegen die Kosten höher, mĂŒssen fĂŒr den ĂŒbersteigenden Betrag Lohnsteuer und im Regelfall auch SozialversicherungsbeitrĂ€ge an das Finanzamt abgefĂŒhrt werden.

Vorsicht: „Der Freibetrag gilt fĂŒr einen Arbeitnehmer und seine Begleitperson“, warnt der Limburger Steuerfachmann. Das heißt, die Kosten fĂŒr diese Begleitperson werden demjenigen Arbeitnehmer zugerechnet, der diese mitbringt. „Dadurch kann der 110-Euro-Freibetrag natĂŒrlich schnell ĂŒberschritten werden.“

Der Freibetrag gilt fĂŒr zwei Veranstaltungen pro Jahr

Aber immerhin besteht der Anspruch auf den Freibetrag fĂŒr bis zu zwei Betriebsveranstaltungen jĂ€hrlich. Was aber gerade in grĂ¶ĂŸeren Betrieben auch wieder zu einem Problem werden kann. Denn hier kann es durchaus ĂŒblich sein, beispielsweise neben der Weihnachtsfeier und einem Betriebsausflug auch noch die Jubilare mit einem speziellen Fest zu ehren. „Dann sollte der Arbeitgeber den Freibetrag fĂŒr die beiden teuersten Veranstaltungen wĂ€hlen, um eine bestmögliche Steuerfreistellung zu erreichen“, rĂ€t Steuerberater Dill.

Eine Beispielrechnung zur ErlÀuterung

Folgender Musterfall: Eine Firma veranstaltet vier Betriebsveranstaltungen im Jahr, und zwar:

  • eine JubilĂ€umsfeier fĂŒr 70 Euro pro Nase,
  • eine Weihnachtsfeier mit Kosten in Höhe von 100 Euro pro Person,
  • ein PensionĂ€rstreffen, das pro Gast 50 Euro kostet, sowie
  • einen Betriebsausflug, Kostenpunkt 90 Euro pro Teilnehmer.
  • Der Einfachheit halber gehen wir bei den Teilnehmern nur von Arbeitnehmern ohne Begleitperson aus.

Der Arbeitgeber sollte den Freibetrag also fĂŒr die Weihnachtsfeier und den Betriebsausflug geltend machen. Zudem kann er fĂŒr die beiden gĂŒnstigeren Veranstaltungen, also JubilĂ€umsfeier und PensionĂ€rstreffen, die so genannte Lohnsteuerpauschalierung nutzen. „Das heißt, er versteuert den geldwerten Vorteil hieraus pauschal mit 25%. Dann bleibt der pauschal besteuerte Lohn auch sozialversicherungsfrei“, erklĂ€rt der Limburger Steuerberater. Diese Möglichkeit besteht ĂŒbrigens auch bei Zuwendungen oberhalb der 110-Euro-Grenze.

Wichtige Voraussetzung: Die Steuerpauschalierung muss bis zum 28.02. des Folgejahres (= also bis zur Ausstellung der Lohnsteuerbescheinigung) vorgenommen werden. Der Arbeitgeber muss die Pauschalsteuer bis zu diesem Zeitpunkt anmelden und abfĂŒhren, damit Sozialversicherungsfreiheit eintritt.

Die Veranstaltung muss allen Arbeitnehmern eines Betriebs offen stehen

Und wenn wir schon einmal bei wichtigen Voraussetzungen sind: „Der 110-Euro-Freibetrag kann nur dann beansprucht werden, wenn die Betriebsveranstaltung allen Arbeitnehmern des Betriebs oder eines Betriebsteils offensteht“, sagt Steuerexperte Dill. So wird z.B. eine Feier nur fĂŒr die Chefetage steuerlich nicht gefördert.

Noch ein weiterer Hinweis: Umsatzsteuerliche Konsequenzen aus der Betriebsveranstaltung ergeben sich fĂŒr den Arbeitgeber in aller Regel nicht – sofern er den Kostenrahmen von 110 Euro einschließlich Umsatzsteuer einhĂ€lt! Das heißt also, dass der Vorsteuerabzug aus den Kosten der Feier weiterhin möglich bleibt. Wenn die 110-Euro-Grenze allerdings ĂŒberschritten wird, liegt umsatzsteuerlich eine unentgeltliche Zuwendung an den Arbeitnehmer vor. Dann ist der Vorsteuerabzug komplett ausgeschlossen.

Externe Links

Einkommensteuergesetz (EStG): § 40 Pauschalierung der Lohnsteuer in besonderen FÀllen

Foto: detailblick-foto/fotolia.de


Was können Sie tun?

Keine Betriebsveranstaltung ohne Ihren Steuerberater!

Rund um die Firmenparty oder den Betriebsausflug lauern einige Fallstricke. Wir helfen Ihnen dabei, diesen aus dem Weg zu gehen! Sprechen Sie uns rechtzeitig an: kontakt/at/steuerberater-dill.de

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